Das war das lange Himmelfahrtwochenende, Urlaub bei Anja in Hamburg, bei Herbstwetter. Darauf waren wir eingestellt, z.B. indem wir zu Hause blieben und dort kreativ waren oder tranken. Am Sonntag lichtete es sich und wir holten die Stadtmotorräder aus der Garage: Die Rebel und die SR, beide blankgeputzt. Das sah gut aus und wir konnten uns gepflegt von Ampel zu Ampel bis zum ersten Stau an den Elbbrücken vorarbeiten. Die Route war damit gestorben, wir improvisierten kurzerhand eine Alternative auf der Deichstraße. Das war lächerlich und wir nahmen es mit Humor. Eine Weile dahinrollen, das war schon toll. In Geesthacht philosophierten wir lange, wie es weiter gehen könnte. Alle Wege nach Süden waren mit Autos verstopft. Es blieb die Flucht durch den Sachsenwald und über eine tatsächlich nie gesehene Landstraße, auf der ich einmal über 80 Km/h fuhr, bis zurück an den Stadtrand nach Rahlstedt. Das war alles, aber es war nicht nichts.
Futurebikers
über 20 Jahre !!!
Sonntag, 17. Mai 2026
Sonntag, 10. Mai 2026
Der Wind
Am Sonntag fuhr ich drei verschiedene Bikes, aus Gründen: Honda nach Göttingen bringen, Anjas Himalayan holen, Nemo anbauen, probefahren und zurückbringen. Das war schon mal gut. Dann auf die Z umsteigen, das war eine größerer Schritt. Und zunächst nach hinten, denn sie war unbequem und nach wenigen Kilometern in freier Wildbahn zog der Fahrtwind in die Jacke. Ich groovte mich ein auf einer südwestlichen Route Richtung Meißner. Der Fahrtwind war nach einer Weile entweder warm genug, oder er gehörte einfach dazu, wenn ich beispielsweise nach einer schmissigen Kurve Gas gab und über eine Kuppe ins nächste Panoramabild rauschte oder auf Waldstraßen durch dichtes Maigrün. Es zählte irgendwann nur noch der nächste Abzweig auf den nächsten Streckenabschnitt, immer weiter, ganz allein auf den besten Straßen für diese funkelnde Maschine. Die Route kreuzte die Werra bei Bad Sooden, dann ging es in absurden Kringeln durch das Grenzgebirge. Bei Meinhardt kam ich wieder in die Zivilisation, so voll mit Fahrerlebnis, dass ich den letzten Teil wegließ. Auf der B27 rollte nach Hause, stellte die Kawa ab, betrachtete sie noch eine Weile und machte ein Bier auf. Ich hatte es verdient.
Sonntag, 3. Mai 2026
Was wir suchten
Am Sonntag war es milchig bedeckt und windig. Anja und ich waren unterwegs zum Großflohmarkt in Göttingen. Dort gab es alles, nur nicht was wir suchten. Alternativ fuhren wir aus der Stadt heraus, und zwar nochmals ins Eichsfeld, weil es so schön war gestern. Ich war diesmal auf der Honda unterwegs, weshalb mir der ruppige Südwestwind nicht anhaben konnte. Wir brausten ganz allein auf schmalen Landstraßen über die weiten Kuppen und waren bei jedem Panorama über die Landschaft immer wieder baff. Die Orte lagen erstarrt in den Tälern Thüringens und waren vollkommen menschenleer. Das war sicher auch gut so, so konnten wir den Tag genießen. Gedankenverloren kreuzten wir durch die Region bis zum späten Nachmittag. Anjas Himalayan kam in die Garage, wir Tranken noch einen Kaffee in Hardenberg, und begaben uns auf die letzten müden und zufriedenen 10 Kilometer auf der B3 nach Hause. Wir hatten doch alles, was wir suchten.
Samstag, 2. Mai 2026
Eskorte
Rembert war mit der Slim nach Northeim gekommen und wir versuchten, ihn wie einen König zu empfangen. Am Samstag reiste er wieder ab, bei vollwertigem Sommerwetter und Anja und mir als dekorative Eskorte. Rembert hatte einen Plan und führte die Truppe südlich am Harz entlang über freie Landstraßen und leere Dörfer. Da sein Navi die Sperrungen nicht kannte, gab es immer wieder amüsante Umleitungen durch Wald und Wiese. Ganz im Osten ging es ein Stück den Harz hinauf, zu einem Imbiss, eingefroren in der Nachwendezeit. Wir trennten uns bei Filterkaffee. Rembert hatte noch eine satte Strecke vor sich, Anja und ich trieben die Z und die Himalayan zum Wald von Keula und ernteten dort kiloweise Bärlauch. Dann ging es einen langen, warmen Tag lang durch die Eichsfelder Weite zurück in den Westen.
Freitag, 1. Mai 2026
Problemlösung
Am freien Maifeiertagsfreitag überführte ich die Z von Hamburg nach Northeim. Damit wurde ein letztes Problem gelöst. Alles was ich mithatte, war im Rucksack, sicherheitshalber trug ich eine lange Unterhose. Morgend um 10:30 war die Fahrt frei für sonnige 250 Kilometer ohne Wiederkehr. Der lange, gerade Highway B3, der sich endlos durch die Heide nach Süden zieht, den hatte ich schon mal angebetet, das erinnere ich. Heute war es eher langweilig, man könnte sagen zäh. Ich hatte Hunger, der Hintern tat weh, der Rucksack wurde schwer, der Gegenwind nervte. Kurz hinter Hannover tankte ich, ab da wurde es gut. Ich fand es spannend, nicht die "Fun"-Route des Beeline zu nehmen, sondern stur auf der B3 zu bleiben, bis ich an der Bahnhofstraße in Northeim vorbeikam. Eine Pause machte ich nicht mehr, fuhr einfach immer weiter, kam in vertrautes Gebiet, das heute irgendwie ganz unvertraut wirkte. Ich parkte vorm Haus, schloss auf und das Problem war gelöst.
Sonntag, 26. April 2026
Pepp
Am Sonntag ernteten wir erst Bärlauch am Stadtrand, danach dachen wir, es wäre warm genug für eine Ausfahrt. Wir fuhren über den kurvigen Pass nach Clausthal-Zellerfeld, dann mit Schwung runter bis Hörden. Schade, dass niemand da war. immerhin bekam Rücktour noch etwas Pepp, indem wir auf der Slalomstrecke über Spanbeck, Bühle, Sudheim zurückkamen. Anja war schon zu durchgefroren, um das zu würdigen. Da konnte der Tag nix für, er war gut.
Samstag, 25. April 2026
Gemütlichkeit
Anja kam nach Northeim, und es wurde gemütlich. Man muss hier nicht hetzten, kann in Ruhe Dinge erledigen, und dann am Nachmittag, wenn die Sonne warmgelaufen ist, eine Schöne Runde drehen. Von Göttingen über Jühnde querfeldein zum Wesertal, das hat sich inzwischen bewährt. Am westlichen Ufer ging es entlang, es ist eine dieser Strecken wie im Urlaub. Die Sonne schien gleißend weiß auf Museumsdörfer, den glänzenden Fluss und die einsame Landstraße am Hang. Ab Karlshafen fuhren wir auf der anderen Seite, dort ist immer Schatten. Ein paar Kilometer weiter froren wir und waren uns einig, die Tour zu kürzen und nicht den großen Bogen über Höxter zu nehmen, sondern in einem Zug, aber immer noch genießerisch, über Uslar zurück dorthin, wo es eine warme Wanne gab.





