über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 28. Juli 2024

Gemütlichkeit

Alleine am Samstag, nicht schlimm. Den Tag hatte ich schon mal anfangen lassen und die Z erst klargemacht, nachdem die Alltäglichkeiten eingetütet waren. Sie fuhr dann auf den üblichen Wegen nach Süden aus der Stadt raus, alles lief normal bis zur Sperrung der Straße nach Fliegenberg. Ich brauchte ewig, um irgendwie östlich an Harburg vorbeizukommen, verstrickte mich im undurchdringlichen Wirrwarr zwischen Maschen und Stelle. Das Beeline war inzwischen auch abgestürzt, die Vollsperrung der B4 (echt!) durchfuhr ich auf dem Gehweg. Danach fiel alles von mir ab und ich rauschte weitgehend allein durch die Heide, auf einer quer verlaufenden Route bis zu den Hügeln südlich von Lüneburg. Das war so befriedigend, dass ich freiwillig die Hauptstraße bis Lauenburg in Kolonne fuhr, und von dort schläfrig am Deich entlang nach Hause.

Am Sonntag schwärmte ich Anja von dem Mittelgebirge südlich von Lüneburg. Das motivierte sie und wir fuhren eine sehr ähnliche Route nochmal zusammen. In Salzhausen brauchten wir Koffein, welches wir in einer Bäckerei abseits des Massentourismus bekamen. Die Sonne brannte, die Landstraßen lagen in tiefem Sommergrün zwischen geernteten Feldern. Leider waren auch in den entlegensten Ecken immer Autos unterwegs, was aus unserer Sicht keinen Sinn ergab, und auch nicht erwünscht war. Es gab aber auch herrlich fließende Abschnitte, zum Beispiel die Verlängerung von Bienenbüttel bis Bleckede. Weil der Tag lang war, setzten wir mit einer antiken Elbefähre über nach McPom, wo es ganz anders aussah. Noch ein Stück B195, ohne nennenswerten Verkehr, dann ganz klassisch zurück über Geesthacht und die schläfrige Deichstrecke. Wenn ich nicht im letzten Moment die panisch blinkende Benzinleuchte gesehen hätte, wäre es vielleicht noch abenteuerlich geworden. So war es nur ein gemütlicher Sonntagsausflug.

Sonntag, 21. Juli 2024

Sehnsucht

Sonntag noch mehr Hitze. Morgens um 10 war die Welt noch in Ordnung. Wir waren auf der Autobahn unterwegs nach Norden, mit leichtester Garderobe aber ohne Strandsachen im Gepäck. Irgendwo oben an der Küste musste frischer Polarwind von der Ostsee wehen. Der Fahrtwind war gut, ab Kaltenkirchen ging es diagonal über Hartenholm nach Norden. Die Z ab und zu mal etwas auszudrehen war ein immer noch neues, erregendes Fahrgefühl. Überraschenderweise hielt Anja immer Anschluss, 'angenehm zügig' sei meine Fahrweise geworden. Bei 100 Sachen in Küstennähe war die Temperatur gut zu ertragen. Ergebnis des Reality Checks in der  Turmhügelburg Lütjensee: Lieber in westlichem Bogen zurück, als in eine der anrückenden Zellen zu geraten. Das ging über Preetz, Nettelsee bis Neumünster. Die Strecke war teils öde aber manchmal fluffig. Allerdings bestimmte die brütende Hitze im Landesinneren alles, so dass uns keine Heldentaten mehr zumutbar waren. Die B4 stach durch einen heißen, klebrigen Luftstrom, der Horizont war eine kompakte, unheilvolle diesige Masse. Erst die Garage war ein angenehmer dunkler, kühler Sehnsuchtsort.



Samstag, 20. Juli 2024

AC

Hochsommer wie noch nie kam am Wochenende. So viel Hitze, und so viel Autos waren zu erwarten, dass wir strategisch vorgingen, den perfekten Ort zu finden. Wie immer war dies Brook. Wir kannten Wege dorthin durchs Gebüsch, ohne Stau. Kühsen, Mölln, Schönberg lagen entlang einer Route, auf der warmer Wind durch den Hoodie wehte. Die Fahrt war leicht und frei wie im Sommer vergangener Zeiten. In Schönberg liefen wir ungewollt in ein Oldtimertreffen der Extraklasse, Schwerpunkt Ostfabrikate. Am Strand blies erwartungsgemäß ein kühler Wind aus Ost, wie aus der AC. Wir blieben dort bis der Kaffeedurst kam, dann rollten die Rebel und die Z im Schneckentempo über Klütz nach Grevesmühlen zum Griechen. Der hat auch Eis, wenn Jannys zu hat. Auf der Rückfahrt über Ratzeburg durchs Stormanische kamen alle Attribute eines perfekten Sommertages zum Tragen. Blendende Abendsonne, Sand in der Unterhose und ein leichter Sonnenbrand. Wir aßen Burger in Barsbüttel und fuhren mit einem Strom Durchgeknallter in die überhitze Stadt am Samstagabend.




Sonntag, 14. Juli 2024

Major Tom

Start. Währen der Rest der Welt mit der Planung von Nudelsalaten beschäftigt war, hatte ich mir eine verwegene Route durch die Heide programmiert. Aber als ich auf der B3 nach Süden schwebte, fand ich es schön und hielt die 500X einfach auf Kurs mit 90 Sachen. Der wichtigste Wegpunkt auf der klassischen Route ist Solschen, von hier aus sieht man erstmalig die mächtigen Harzberge. Der Rest war Routine. Rewe-Markt, auspacken, Füße hoch.

Sonntag: Völlig losgelöst durchs Eichsfeld, dann in groß angelegtem Orbit erst um Göttingen, dann um Kassel herum. Dazwischen, extra kurvige Transferbahnen über Stunden. Mal flott, mal auf einsamen Waldwegen. Ich querte die Weser, Eder, Fulda und Werra wie in einer Heimatkundelektion. Alles ohne Verkehr, ohne die geringste Störung. Dörfer wie aus dem Fallerkatalog lagen dekorativ zwischen den Hügeln. Ich fuhr mehr und mehr orientierungslos, folgte Tomtom, mit dem ich mich wortlos verstand. Er war hier in seinem Element. Nur die Burg Heiligenburg war nicht zu finden. Stattdessen eine tranceartige, einsame Fahrt über das Meißnergebirge in aufkommender Nachmittagshitze. Bad Sooden,  das Grenzgebirge zurück ins Eichsfeld, ein nicht endender Rausch. Einen Schlenker in den Harz hängte ich noch dran, weil's so schön war und Tomtom das auch gut fand.

Einen Tag hatte ich noch, und Sonne und Zeit bis um 20:01 Uhr an Gleis 8. Und etwas zu besichtigen hatte ich auch, in Halberstadt, auf der anderen Seite. Den Weg dorthin schmückte ich aus, mit überflüssigen Fahrten im Hochharz. Die neu entwickelte Heidelandschaft sah super aus in der flirrenden Mittagshitze, sie ist ein echter Gewinn. Viele Kurven später saß ich in Halberstadt am Fischmarkt und traf dort Frau L. Zurück geriet ich in den örtlichen Berufsverkehr, was bedeutete, die Gerade, die auf die Berge zuführt in einer lockeren Kolonne zu fahren. Das geht schlechter, dachte ich. Das galt auch für die elegante B243 am Südrand, auf der ich ohne störende Autos in den Spätnachmittag glitt. Endpunkt des Tages war die Göttinger Innenstadt im Hochsommer. Noch ein Alkoholfreies, dann kam der ICE.


Sonntag, 7. Juli 2024

Wiedereintritt

Wir kamen zurück in ein Land, dass man sich erst schöntrinken musste. Bzw. zurechtfahren, an den verbleibenden Urlaubstagen. Um ehrlich zu sein, das war schwerer als gedacht. Aber es gab auch Highlights. Zum Beispiel am Freitag endlich die Enfield HNTR zu testen, die gewisse Chancen auf einen Platz im Fuhrpark hatte. Wir wechselten uns ab im Speckgürtel-Dickicht des Seevetals, wobei als direkter Vergleich die SR mitfuhr. Die HNTR ist dagegen ein modernes Bike ohne Vibration. Unangestrengt rollte sie mit 100 Sachen dahin. Die SR sah hinterher noch sexier aus, und vibrierte herrlich.  

Am Samstag kam ein schöner Schwall Sommerluft, den wir mit der Rebel und der Z ganz tief in der Südheide verbrachten. Im Schatten der TrÜbPl bei Munster gab es Einsamkeit und Freiraum, mit gutem Willen so ähnlich wie auf einer normalen Bundesstraße in Schweden. Leichtfüßig schwangen wir Richtung Amelinghausen, beide wussten, dass ein Eisbecher verdient war.  Dann flüchteten wir vor einer Regenfront, die nicht kam. Abends war es noch warm und schön, und ich bollerte mit der SR durch die taumelnde Stadt. Sonnenbrille, luftiger Hoodie, eine Dreiviertelstunde heile Welt.

Sonntag fuhr man wieder mit langer Unterhose, Aber egal, wir wollten es wissen. Im Bogen ging es über Kühsen nach Norden. Eigentlich einen gute Fahrt, wären nicht die Norwegischen Fjordstraßen noch so präsent in der Erinnerung. Aus Fantasielosigkeit landeten wir mit Kaffeedurst in Lübeck. Anja organisierte telefonisch Kaffee und Kekse in Strukdorf, wo wir von Skandinavien schwärmten. Zurück ging es kreuz und quer über Schwissel. Eine gut gemeinte Tour, aber die endlosen, gleichförmigen Buschtunnel, die allgegenwärtigen Bürgerkäfige und dass alle 3 Kilometer ein Dorf kam, das nahm deprimierende Ausmaße an. Zu Hause guckten wir 600 Bilder aus Norwegen durch.



Donnerstag, 4. Juli 2024

Entscheidung beim Rührei

Alles war geplant, gebucht und gepackt. Doch am Frühstückstisch war alles anders. Statt nach Frankreich buchten wir eine Kabine auf der Color Magic und waren am nächsten Morgen in Norwegen. Während wir noch ungläubig die eigene Courage verarbeiteten, zogen schon majestätisch Flusstäler, Felsen und Fjorde am Visier vorbei. Eine Woche lang gab es nichts als entspanntes Gleiten über Traumstraßen durch die spektakulärsten Landschaften seit Entstehung des Universums. Wir nahmen uns Zeit für Fotos am Antlantikvejen, auf Fjells mit Schnee bei 25°, wir wussten wo das Vinmonopolet ist und wo es Döner gab. Wir folgten der Sonne nach Schweden, und schlossen den Traum ab bevor er zerplatze.


Alle unglaublichen Details demnächst hier bei den Reiseberichten.