Ein Sommertag war noch übrig, mit allem Drum und Dran, was wir auskosteten. Ich kickte die SR an, Anja schnallte die Strandtasche auf die Rebel. In leichter Klamotte hangelten wir uns nordöstlich aus der Stadt raus und kurvten auf Nebenstrecken über Trittau nach Mölln. Von dort ging es hinten rum über Ratzeburg nach Schönberg und schließlich den Strand von Brook. Eine klassische Route, doch es schien ewig her zu sein. Warmer Wind durchzog meinen total sicheren Hoodie, die SR bestimmte ein bummeliges Tempo am Sweetspot, was endlos Raum bot, diesen Tag zu bewundern. Ein Badegang reichte, gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Lübeck, auf einen amtlichen Döner mit Draußensitzen spekulierend. Irgendwie ergab sich das nicht, und in jedem Dorf entlang der fantastischen Strecke Kronsforde-Kastorf-Schönberg (das andere) hielten wir vergeblich Ausschau. Alles war dominiert von einem idealisierten Sommerfeeling, mit goldbraunem Sonnenbrillenlicht, Sonnencreme auf der Haut und Sand in der Unterhose. Wir kamen um 21 Uhr in Hamburg an, die Sonne stand himmelhoch über der Alster. Am Schlump hatte ein Döner auf. Wir hielten an und hatten immer noch einen kleinen Rest Urlaub.
über 20 Jahre !!!
Sonntag, 25. Juni 2023
Samstag, 24. Juni 2023
Würde und Freiheit
Die Sonne war dieselbe, aber das Land war sehr anders. Alles war weitläufig und ruhig wie noch nie. Die Rebel und die Bolt waren drahtig und leicht, und cruisende Fortbewegung war die unstrittig legitime Form, die Schönheit der Heimat zu würdigen. Auf der B195 waren wir wieder einsam unterwegs. Wir hatten Funk, aber es gab nicht viel zu besprechen. Ein heißer Nachmittag in den gelbtrockenen Elbauen zog mit 90 Sachen vorbei. Auf einer Buhne kurz vor Dömitz hielten wir ein träges Stündchen lang die Füße ins Wasser und holten uns den ersten Sonnenbrand. Es ging auf der anderen Elbseite zurück, dankbar ein paar Umleitungen folgend, immer froh wenn es durch einen kühlen Wald ging, und voller Hochhachtung vor so viel Zeit und dieser endlosen Freiheit. Müde wie die gesamte Stadt kamen wir zurück, und freuten uns schon auf morgen.
Freitag, 23. Juni 2023
Porto frei
Sonntag, 4. Juni 2023
Ein Wunder
Von Strukdorf aus ging es in vertrauter Zweisamkeit nach Norden durch Berlin. Gute, kleine Straßen in frischer, klarer Luft, mit Thermo First Layer. Die Strecke links am Plöner See entlang, über Blunk und Damsdorf begeistert auch heute noch. Wir fuhren die Beeline Strecke ab, ohne zu hinterfragen. Über eher nüchterne Bundesstraßen Richtung Westensee, wir waren etwas müde und anspruchslos und zufrieden. Von Emkendorf ging es improvisiert nach Rendsburg, weil dort bestimmt eine Tanke war. Die Wiese am Kanalufer kam uns ganz gelegen. Man konnte dort liegen, Schiffe gucken und einpennen. Die Rückfahrt nach Hamburg war ein weiter, westlicher Bogen, den Anja führte. Es waren sehr schöne, einsame Strecken durch die unbekannte Gegend um Nortorf. Stille Dörfer, lange Wälder und weiter Blick über die Marschflächen. Ganz unten, in in Hohenlockstedt war mein Handy nicht in der Tasche. Auch nicht im Rucksack. Weg. Albtraum. Panik. Nerven behalten. Rekapitulation, Retronavigation. Den Baum wiederfinden, wo ich gepinkelt hatte, 30 Kilometer zuvor. Nichts. Vielleicht die Wiese, von der aus ich fotografiert hatte. Stille. Dann: entferntes Nokia-Bimmeln aus hohem Gras. Ein Wunder. Danach schwebten wir, durch die Abendsonne auf der B4 nach Hause.

