über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Das Leben geht weiter.

Die Deichstraße zum Zollenspieker ist für viele die erfüllende Tour, von der am Stammtisch erzählt wird. Uns hängt sie meist zum Hals raus. An diesem letzten Oktobernachmittag mitten in der Woche nicht. Vom Endless-Summer waren noch 12 Grad übrig, die zogen sonnig frisch und gleichmäßig durch den Helm. Eine angenehme Ruhe lag über dem Asphalt. Am Anleger trauten wir unseren Augen nicht. Wie im Hochsommer stapelten sich die Bikes, die Warteschlange an der Kaffeeausgabe undenkbar lang. Bei näherer Betrachtung erkannten wir die Tragik: Zwei Drittel der Fahrzeuge trugen Saisonkennzeichen mit der 10 vor dem Strich. Ja, ich wusste noch wie das ist. Aber das war letztes Jahr. Heute zogen wir einfach unsere warmen Handschuhe wieder an und cruisten unbeschwert durch die Dämmerung in Richtung Badewanne. Das Leben ging ganz normal weiter.

Samstag, 20. Oktober 2018

Besuch

Herr E. aus B. war zu Besuch und ich hatte die Aufgabe, ihn zu bespaßen. Ich legte ihm ein paar Schlüssel hin, er zog zielsicher den der Sixty-Two. Anja brauchte sie passenderweise gerade nicht. Er kam mit der Duc auf Anhieb zurecht und folgte mir einen frischen Nachmittag lang durch das Hafengebiet, wo wir bedeutende Aussichtspunkte anfuhren und angasten, wo es sinnvoll erschien. Wir redeten nicht viel, wussten aber, dass es gut war.


Sonntag, 14. Oktober 2018

Porno

Der Sommer war endlich wieder da, und zwar mit alles. Am Samstag ließen wir uns Zeit, denn unser Ziel war nicht weit und lag im Osten. Der Weg führte uns endlich mal wieder die B195 entlang. Zwischen Boizenburg und Dömitz war die Straße vollkommen ausgestorben. Brennende Sonne, gelb leuchtende Wälder und Alleen, all das war ganz allein für uns schön gemacht.  An der Tanke holten wir Cornetto und zogen die albernen Fleecesachen aus, sowas braucht hierzulande niemand. Wir programmierten das Vio und ließen uns über verträumte Landstraßen niederer Kategorien nach Norden treiben. Die Landschaft wurde märchenhaft und sah in den Herbstfarben aus wie im Film. Am Schluss kam ein Stück Highway im Gegenlicht, dann tauchte das Schloss von Neustadt-Glewe auf. Wir checkten ein und bezogen einen Saal mit Engeln an der Decke.

Einen ganzen Sonnensonntag, um ins blöde Hamburg zurückzukommen, daraus ließ sich ein Bogen spannen. Parchim war schnell besichtigt, Dann ging es auf einen aufwendig berechneten Kurs elegant an sämtlicher Zivilisation (sofern vorhanden) vorbei nach Norden. Wir kamen durch endlose Steppen, Weiden und staubige Felder bis weit hinter den Horizont. Immer buntere Wälder und rostrote Alleen zogen fließend durchs Bild. Das alles spielte auf einsamen Sträßchen, auf denen man halten konnte wo man wollte, und Faxen machen oder ambitionierte Fotos. Grevesmühlen war der wichtigste Wegpunkt, wegen der Janny's Eis Filiale. Im weiteren Verlauf bewunderten wir noch das Schloss Bothmer und hätten es passend gefunden, noch ein Stündchen am Strand zu liegen, in Brook, im Oktober. Die Idee hatten aber auch die Eingeborenen, das passte nicht so gut. Es ging noch über Lübeck, den Rest des Tages durch den nie endenden Farbenporno. Die schräg stehende Sonne verstärkte alles noch. Zu Hause brauchten wir viele Worte um immer wieder gegenseitig zu bestätigen, dass es einfach nicht perfekter sein kann als so.

Samstag, 6. Oktober 2018

Die wahre Pracht

Endlich war der Winter vorbei. Strahlende Sonne wie gehabt, alles wieder gut. Wir verschwendeten keine Zeit mit langer Planung, fuhren einfach los, nach Norden raus. Es war Gleiten ohne besondere Ansprüche bis Bad Bramstedt, Richtung Segeberg, im Gedanken woanders. Beim Rasthaus in Bockhorn gab es Filterkaffee, dazu knallte die Sonne auf die Jacken wie die wahre Pracht. Die Fahrt ging weiter durch grüngelbe Alleen nach Neukoppel zu Telse, das war nicht weit. Dort rauchte noch der Grill als wir ankamen, es gab aber nur noch einen Eisbecher. Auf dem Rückweg fuhren wir bis Bargteheide auf goldleuchtender B75, dann über ein paar spontane schöne Umwege zur BAB Anschlussstelle Ahrensburg. In der Stadt waren wieder zu viele Menschen in Autos, aber das konnten wir gedanklich umgehen, an so einem Tag.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Donut of Death

Jetzt, wo sich alles schon richtig herbstlich anfühlt, Brückentage und große Ziele storniert waren, konnte eine kleinteilige zu-zweit-Kaffeefahrt mit der Vanvan rundum reichen. Wir fuhren bei den Deichtorhallen vor und schauen Kunst an, brummten sorglos durch die HafenCity, wo es noch herrliche Baugebiete gibt. Einem infantilen Drang folgend wühlte ich 11-PS-Donuts in den Kies. Das ging eine Zeitlang gut, dann machte es Klonk und die Kette sprang ab. Es folgte das ganze peinliche Programm: hilfloses Rumfummeln, Philosophieren, kein Werkzeug haben,  Kaffee trinken, Abschleppwagen. Der Tag blieb sonnig und tat, als hätte er es nicht bemerkt.