über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 27. August 2017

Reality Check

Einmal hatte Anja eine Ducati Scrambler gesehen, seitdem sprach sie von nichts anderem mehr. Zum Geburtstag hatte sie nun ein Testwochenende auf der Italienischen Marketingmaschine geschenkt bekommen, und zwar in der 400er Miniversion. Ich beäugte die Sache kritisch im Rückspiegel, und bereits in der Stadt sah das sehr geschmeidig aus, abgesehen vielleicht von der knallgelben Farbe. Vor uns lag eine große, sommerliche Probefahrt durch das Holsteinische. Wir hatten alle Testcases dabei: Autobahn, Bundesstraße, Dorf-zu-Dorf Etappen. Was auffiel: Am Ortsausgang, wenn ich die Bonnie rücksichtslos anschieben ließ, verschwand Anja nie aus dem Rückspiegel. Sie sagte, die Duc würde um mehr Gas bitten, kein Problem, gab sie halt Gas. Wir kamen bis nach Fehmarn, wo zufälligerweise "American Bike Days" waren. Mit unserer Britisch-Italienischen Kombi fiel es uns leicht, Distanz zu den Stiernackigen und Weißbärtigen zu wahren und vor der pathetischen Massenausfahrt schnell zu verduften. Wir rollten durch den Spätnachmittag und kamen entspannt in Neukoppel an, wo praktischerweise bereits der Grill rauchte.
Am Sonntag kam zunächst die Teststrecke "McPom" an die Reihe. Auf den ganz holprigen Pisten fing Anja an, von der alten GS (R.I.P) zu schwärmen, doch so ein Luftkissenboot ist und wird die Scrambler nicht. Trotzdem kamen hunderte meist kurvige Kilometer zusammen, durch sonnige Alleen, einsame Landstriche im Grenzgebiet hinter Mölln, gewaltige Gewerbegebiete mitten im Wald. Test bestanden. Der Härtetest kam zum Schluss: Die Langen Geraden. Wir hatten die Elbe überquert und stachen hinter Lüneburg Richtung Soltau immer geradeaus durch die endlosen Wälder, danach auf der noch geraderen B3 zurück nach Hamburg. Das 600 Kilometer-Kontingent war voll und es kamen immer noch keine Klagen. Die Duc übernachtete noch in der Garage und sah aus, als wäre sie am liebsten dort geblieben.


Sonntag, 20. August 2017

U-Bahn

Am Wochenende war Thomas da, und es gab ein kurzes Zeitfenster zwischen den Schauern. Um den Besuch nicht zu vergrämen, stellte Anja ihre Honda zur Verfügung, stieg auf die Vanvan und wir kurvten durch die Stadt. Weit kamen wir nicht, denn für das bescheuerte Radrennen waren alle Routen gesperrt, die uns ins Freie hätten bringen können. Inzwischen kam der nächste Schauer. Danach fuhren wir mit der U-Bahn rum.

Sonntag, 13. August 2017

Schwebezustand

Mitten im August waren die Sonnensonntage rar, und dieser war okay. Außer, dass am Vorabend Besuch gekommen war und wir nur zu unterkomplexen Taten im Stande waren. Am Nachmittag fuhren wir über die B4 hinaus. Richtig schön war es immer, wenn auf den Geraden eine Art Schwebezustand einsetzte, aus dem man nur schwer erwachte. Weit draußen, hinter Neumünster liegt Kleinkummerfeld, das kennt niemand, doch dort war ein rauschendes Fest des örtlichen Eisenbahnmuseums. Filterkaffee unter Weißhaarigen im Speisewagen brachte uns wieder auf Vordermann. So war dann auch die Rückfahrt über Kaltenkirchen passabel schwungvoll. Zuhause legten wir die Füße hoch und schliefen einfach ein.


Sonntag, 6. August 2017

Kick

Die fünfeinhalbtausend Kilometer der Reise ließen das hiesige Umland erstmal unspektakulär erscheinen, um es positiv zu formulieren. Andererseits waren wir nun ganz und gar anspruchslos, wir wollten nur den Sommersonntagnachmittag noch irgendwie nutzen, bevor der Alltag wieder kommt. Die überfüllte Deichstraße mit ihren 60 Sachen war so zermürbend, dass wir uns nach einem freien Stück Bundesstraße sehnten, wo man vielleicht bitte mal neunzig fahren kann. Im Norden war dann eine Gewitterzelle aber auf der B195 konnte man über weite Strecken frei schwingen. Wir tauschten die Bikes, um alles etwas aufzupeppen, kehrten in Neuhaus um und fuhren zurück. Ja, ganz nett, aber der Kick war irgendwo anders, womöglich in den Französischen Alpen oder so.


Freitag, 4. August 2017

Toute Directions

Wenn man drei Wochen Zeit hat, die Campingausrüstung auf dem Mopped und vor einem ganz Frankreich liegt, dann ist das wie in den besten Zeiten. Wir sahen die Normandie bei 30 Grad, Paris im Regen und überquerten den Zikadenäquator am Vercor Nationalpark. Dazwischen lagen tausende herrliche Kilometer Route National, Baguette, Käse, Rotwein, Gotik und nebenbei der Col d'Iseran, der ist immer noch genauso spektakulär wir vor 20 Jahren.
Der ganz ausführliche Bericht erscheint ASAPst auf dieser Seite.