über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Samstag, 29. Februar 2020

Unverzüglich

Die Landung war hart, aber weich: Als sei der Stadt das Wetter peinlich, empfing sie uns mit verschämt milden 13°. Wir packten unseren Koffer aus, machten uns ein Serrano-Toast, aber es war klar was jetzt kam: Lange Unterhose anziehen und unverzüglich die Mopeds aus der Garage holen. Anja strahlte, endlich mal wieder selbst zu fahren, ich genoss die Geschmeidigkeit der Himalayan, als wir vergnügt und ohne großes Theater durch die üblichen Hafenrouten kurvten. Die sahen gut aus im verfrühten Märzlicht, und auf denen wurde uns heute nicht mal kalt, auch wenn wir gerade gestern noch 10° mehr hatten und man nachts das Meer rauschen hörte.

Meerblick

Die Linkskurve war scharf und blieb doch unbemerkt; der Pilot musste die Ansage mehrfach wiederholen, bis sie im Kopf ankam: Teneriffa war unwiederbringlich von Calima verwüstet, wir landeten ohne Koffer in einem Massenhotel in Torremolinos. Zwei Tage überlebten wir in Ungewissheit und Trashklamottem, dann mieteten wir beim örtlichen Rockerladen eine mattschwarze BMW F 650. Jeden Tag nahmen wir eine andere Richtung des Andalusischen Hinterlandes unter die Reifen: Durch alpine Bergwelten nach Ronda,  über kleinteilige, vergessene Bergstraßen mit Blick bis Afrika, oder durch zügige Hochebenen auf die schneebedeckte Sierra Nevada zu. Wir kehrten abends zufrieden zurück in unser historisches Betonidyll mit Meerblick. Keine Ahnung, was aus Teneriffa geworden ist, Andalusien merken wir uns.
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Samstag, 15. Februar 2020

Weltbilder

Mitten im Februar gab es einen einzelnen leuchtenden Samstag mit 10 Grad. Ich verbrachte ihn mit der SR und dicken Socken auf Landstraßen im südlichen Umland. Von Anfang an war es eine herrliche, angenehme Fahrt mit kaum mehr als 90 Sachen. Als die Finger anfingen kühl zu werden, hatte ich mich gerade im zersiedelten Gebiet zwischen Maschen und Hittfeld verhakt. Ich suchte dort den Harley-Davidson Händler, um mir etwas anzuschauen. Es gab einen beheizten Verkaufsraum, wirklich schöne Bikes, Gratiskaffee und vor allem einen Kunden, der alles, aber auch alles wusste. Und es mir auch sagte. Voller Eindrücke drehte ich danach noch eine ziellose Runde durch die sonnige Nordheide, schaute auf die Uhr, dachte ein paar Mal ich müsste bald nach Hause, hing aber immer noch einen Schlenker dran. Außerdem realisierte ich, wer eine Custom-SR hat, braucht eigentlich keine Street Bob. Die Yamaha-Fahrer kommen zwar auch an und erzählen, scheinen unterm Strich aber differenzierte Weltbilder zu haben. Ich erreichte die Stadt mit wieder kalten Fingern und tiefer Zufriedenheit.