Aus dem Elbtunnel fuhren wir in die Dämmerung. Auf der A7 in Richtung Süden zu fahren weckte Erinnerungen. Man konnte sich vorstellen, eine Reise anzutreten, die Maschinen beladen mit stattlicher Campingausrüstung, sehnsüchtig das Geräusch der Zikaden erwartend. Dieser Samstagabend verlief anders. Wir bogen auf die B 75 ab, dann auf die B3 (könnte man auch bis Basel durchfahren!) und kamen mit einsetzender Dunkelheit kurz vor Buchholz zum stehen. Das letzte Stück bis zum Gänseblümchenring fuhr ich mit Navigation, das erste Mal im Leben. Sofort verlor ich die Orientierung. Um uns herum bewegten sich in gleichmäßigem Tempo Buchholzer in ihren Autos die Umgehungsstraßen entlang. Bei Fran und Nico im wüstigen Neubaugebiet gab es eine Menge zu besprechen und Wohlstand satt. Der nächste Morgen war frisch und hell, von den versprochenen vierzehn Grad fehlte jede Spur. Wir gaben uns willenlos einer trägen Tour durch die Nordheide hin. Mit 90 Sachen rauschten wir verschnarcht über ockerfarbene Landstraßen. Die Sonne blendete, jedoch war die Luft aus einem Block Eis. Am Hals pfiff es schneidend rein, weil Anja die Sturmhaube für sich beanspruchte. Und dennoch, wir mussten zugeben, dass die Strecke nicht ohne Reiz war, wie uns sie kreuz und quer durch kahle Wälder und über braune Kuppen bis an den Geestrand gleiten und schließlich am Elbdeich in Hoopte rauskommen ließ. Alles war so früh, dass als wir mit kalten Fingern in der Stadt einliefen, die Menschen übernächtigt blass vor den Cafés hockten, in Decken gehüllt, vorsichtig an großen heißen Gläsern Galao schlürfend, und uns teilnahmslos vorbeiziehen ließen.
über 20 Jahre !!!
Montag, 21. März 2011
Montag, 14. März 2011
Märzbräune
An einem Wochenende im März, wir werden es in den Geschichtsbüchern wiederfinden, glimmte ein Hauch von Frühling über der Stadt. Tief im Untergeschoss kratzten wir unter einer meterdicken Staubschicht ein Päärchen BMW's hervor. Anjas Oldtimer sprang auf Knopfdruck an (mit eingeschaltetem Licht und Heizgriffen!), in die 850 musste ich erst die bei Louis mühsam beantragte Batterie einbauen, was eine gute Stunde dauerte. Mit vagem Ziel wagten wir uns tastend aus der Stadt heinaus. Auf vertrauten Wegen durchfuhren wird das noch im allumfassenden Graubraun dämmernde Land zwischen Hamburg und Neukoppel, schlugen in Lübeck einen Rest übriggebliebene Zeit in lupenreiner Epoche-III Szenerie tot und rollten bei Telse vor, justamente als der Kaffee durchgelaufen war. Bis spät in den Nachmittag hinein zögerten wir die Rückfahrt hinaus, indem wir immer neue Kuchenstücke aufluden. Dann nahmen wir, einem Automatismus gehorchend, die spröde, noch auf Permafrost gebette B 75, erreichten müde die Stadt, und waren jedesmal irritiert, wenn wir auf einem mildem Parkplatz standen, die Helme abnahmen, wo Vögel sangen und es genossen, dass dies kein letzter schöner Tag im November war.
Abonnieren
Posts (Atom)