Seit schätzungsweise 9 Monaten nerve ich die Leute, indem ich wiederholt langatmig und romantisierend von den 'langen, warmen Juniabenden' doziere, auf denen man in den späten Abend hinein auf einsamen Landstraßen in den Sonnenuntergang gleitet, durch samtig schimmernde Landschaften im letzten Streiflicht und so weiter. Kann sein, dass das jetzt nervt, aber gestern Abend war es wieder so. Nach dem Abendbrot: B4 bis Bad Bramstedt, die letzten Autos abgeschüttelt, dann eine interessante, seltsam kurvige Straße nach Kaltenkirchen entdeckt. Über Quickborn zurück, allein genießend.
über 20 Jahre !!!
Dienstag, 30. Juni 2015
Sonntag, 28. Juni 2015
Bagger und Wattebäusche
Am Samstag kurvten wir zu zweit auf der blauen Vanvan durch die Stadt. Während der Rucksack sich mit Dingen aus Baumärkten, C&A, Saturn und Möbelgeschäften füllte, donnerten extreme Bagger, abgesägte Bobber und ungedämpfte Chopper um uns herum. Es waren Harleydays und an der Shelltanke am Großmarkt war das Epizentrum. Wie stellten die Vanvan selbstbewusst dazu, setzten uns auf eine Verkehrsinsel und warteten auf fotogene Burnouts. Als abends ein Feinniesel einsetzte, fuhren wir nach Hause und kamen später nochmal zu Fuß darauf zurück., An der Reeperbahn, da gab es offenbar kein Morgen mehr.
Sonntag nahmen wir die Cruiser, fuhren nochmals kurz am Großmarkt vorbei, aber nur um die orange-geflakete Nussschale zum Sonderpreis zu kaufen, in die Anja sich am Vorabend verguckt hatte und von nichts anderem mehr reden konnte. Auf den Maschinen konnte man die Beobachterposition nicht länger einnehmen. Am Straßenrand zielten tausende Objektive und iPhones auf uns. Als die Harleys sich zur Parade versammelten, fuhren wir durchatmend aus der Stadt raus. Wir landeten in Grünendeich und vergammelten eine dösige Stunde auf dem Deich in der brennenden Sonne. Danach folgte ein weiter, einsamer Bogen mit unscharfem Ziel. Stade, Sittensen, dann nach Osten über Schneverdingen bis in die Heide. Die Ruhe war herrlich, die Luft seidenweich, der Himmel babyblau, mit weißen Wattebäuschen. Die Pullover waren schon gleich am Anfang auf den Gepäckträger gewandert. Wir kamen über Winsen an die Elbe zurück, da wurde es ein bisschen diesig. Abends kam noch ein Sommerregen, und das fanden wir schön, es war Sommer.
Montag, 22. Juni 2015
Giftspritze
Als Werkstattersatzfahzeug hatte ich eine zackige Z 300 (leider nicht grün). Auf der kurvt man wie ein Flugzeug durch die Stadt, bremst spät, schaltet spät, lässt das Gas stehen, doch der Rote Bereich ist unendlich fern. Abends holte ich noch schnell den Integralhelm aus dem Keller und pfoff auf der Autobahn in die Dämmerung. Anja konnte das nicht verstehen, ich auch nicht.
Sonntag, 21. Juni 2015
Weiße Tischdecken
Die Fahrt über die B4 war eine Scheißidee. Im Umkreis der Autobahnanschlussstelle Stellingen war die Stadt ein undurchdringlicher Brei aus Blech. Mühevoll kämpften wir uns nach Norderstedt durch und nahmen die B 432 nach Blunk. Unter unmotiviertem Himmel rollten wir stumm dahin, und hinter Nahe, jenseits des Speckgürtels, nahm ich erstmals wahr, dass diese Chaussee streckenweise ansatzweise - Qualitäten wie Weite und Größe hat. Blunk: Einchecken im Bahnhofshotel, Schminken, Festvorbereitungen, weiße Tischdecken. Draußen: Aufklaren und die schöne Straße über Tensfeld, Stocksee Richtung Ascheberg. Ich ließ Anja in der Dusche zurück und drehte noch eine Runde, dann begab auch ich mich in die Festivitäten.
Der nächste Tag klarer als gedacht, die Köpfe nicht. Trotzdem konnte man nicht schnurstracks nach Hause fahren. Es wurde ein weiter Bogen über Lübeck nach McPom hinein, allein in weiter Flur, die das eintönige Frühlingsgrün gerade ablegte und in ersten Gelbtönen schimmerte. Schönberg, Ratzeburg (eine Sommerstrecke, die man im günstigsten Fall mit Sand, Sonnenbrand und Salz auf der Haut fährt), Mölln, Büchen, zahlreiche Umleitungen, Hunger, bei mir zusätzlich angreifender Schnupfen. Erst am Zollenspieker merkten wir, dass wir locker 200 Kilometer unterwegs waren. Wir aßen die Wurst, glotzen unbeteiligt die Bikerszenerie an und waren froh, auf dem Weg in die Stadt nicht einzuschlafen.
Sonntag, 14. Juni 2015
Frappé
Griechenland ist ein lässiges Land. Die meisten fahren einhändig eine Honda Cub, in der anderen Hand das Smartphone, alternativ ein Glas Frappé, Zwei Wochen waren wir mit reichlich durchgegurkten Miet-Vanvans unterwegs auf immer wieder überraschendem Asphalt, entlang Küstenstraßen aus dem Bilderbuch, hinter wilden Bergen, in uraltem Steinen, und blieben immer wieder länger als gedacht an Orten hängen, wo man die Füße hochlegt, mit Buchten irre unnatürlich blau. Doch dazu später mehr.
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