Die Fahrt über die B4 war eine Scheißidee. Im Umkreis der Autobahnanschlussstelle Stellingen war die Stadt ein undurchdringlicher Brei aus Blech. Mühevoll kämpften wir uns nach Norderstedt durch und nahmen die B 432 nach Blunk. Unter unmotiviertem Himmel rollten wir stumm dahin, und hinter Nahe, jenseits des Speckgürtels, nahm ich erstmals wahr, dass diese Chaussee streckenweise ansatzweise - Qualitäten wie Weite und Größe hat. Blunk: Einchecken im Bahnhofshotel, Schminken, Festvorbereitungen, weiße Tischdecken. Draußen: Aufklaren und die schöne Straße über Tensfeld, Stocksee Richtung Ascheberg. Ich ließ Anja in der Dusche zurück und drehte noch eine Runde, dann begab auch ich mich in die Festivitäten.
Der nächste Tag klarer als gedacht, die Köpfe nicht. Trotzdem konnte man nicht schnurstracks nach Hause fahren. Es wurde ein weiter Bogen über Lübeck nach McPom hinein, allein in weiter Flur, die das eintönige Frühlingsgrün gerade ablegte und in ersten Gelbtönen schimmerte. Schönberg, Ratzeburg (eine Sommerstrecke, die man im günstigsten Fall mit Sand, Sonnenbrand und Salz auf der Haut fährt), Mölln, Büchen, zahlreiche Umleitungen, Hunger, bei mir zusätzlich angreifender Schnupfen. Erst am Zollenspieker merkten wir, dass wir locker 200 Kilometer unterwegs waren. Wir aßen die Wurst, glotzen unbeteiligt die Bikerszenerie an und waren froh, auf dem Weg in die Stadt nicht einzuschlafen.

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