über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 25. August 2024

Klimawende

Ich hatte einen Wunsch frei und sagte: Strand. Wir packten alles auf die Bikes, was man dafür braucht und gurkten geduldig durch die Stadt. Über Poppenbüttel, weil alles gesperrt war. Letztlich landeten wir auf der auf der B75, rauschten in lockerem Verkehr dahin, nahmen die Nebenstrecke über Rehhorst und fuhren auf dem Anwesen in Strukdorf vor. Anja machte dort Business, ich schnackte Sabine eine perfekt zur Z passende Strandecke ab. Es wurde heiß und wir versprachen uns etwas Luftzug auf der Autobahn bis Schönberg. Die Landstraßen im McPom waren herrlich zu fahren, und lange nicht gesehen. Die gewohnte Kühle in Küstennähe blieb aber aus. Am Strand kam der Wind von hinten und ich brauchte mindestens 2 Badegänge zum abkühlen. Nach einer Weile wurde Anja ungeduldig und wir machten uns auf den Weg in einen schwülwarmen Sommerabend aus dem Bilderbuch. Über Schlutup, die Travemünder Landstraße, Lohmühle, erreichten wir wieder Strukdorf, wo wir einen interessanten Abend mit Grillgut und Nachtsichtgerät verbrachten. Ein Highlight war eine spontane, konsterniert aufgenommene Ausfahrt zum Sunset nach Pronsdorf, im T-Shirt.

Am Sonntag hatte sich das Klima gewendet, nördlich und frisch. Eigentlich ein gutes Setting für eine Fahrt nach Rendsburg zur NordArt. Die Tour dorthin war positiv überraschend, führte uns über viele unbekannte Strecken, die wir frei schwebend abritten, Verkehr gab es nicht, alles war gut. Die dicken Wolken kurz vorm Ziel wollten wir nicht glauben. Sie waren aber real. Wir leiteten eine hektische Flucht nach Kompass ein, aber der Schauer kam trotzdem. Immerhin, wir schafften es auf einer genial berechneten Route durch Regenkorridore nach Haus, Frierend, aber getrocknet. Ich wärmte mich in der heißen Wanne auf als wäre Winter.

Sonntag, 18. August 2024

Die Glücklichen

Anja war nach Westerrade gefahren, geschäftlich. Ich warte darauf, dass es endlich aufklarte. Gegen Mittag war es soweit, ich fuhr ihr nach. Allein mit der Z folgte ich einer nördliche Route. Anfangs tief durchatmend auf der Autobahn, dann ein Stück auf der B4, dann kreuz und quer über die Dörfer. Die Fahrt fühlte sich frei und gut an, ein guter Plan. Ich sah interessante Gewerbegebiete in Henstedt-Ulzburg, wo ich das GPS im Handy kalibrierte. Aber die Strecke über Strüvenhütten war ein ordentlicher Kurvenrausch. Wittenborn, Segeberg, hintenrum über Schieren nach Westerrade. Dort sind die Hühner glücklich und die Menschen auch. Jetzt ging es in gewohnter Zweisamkeit auf den Rückweg, mit groß angelegten, verwinkeltem Umweg durch die Knicks. Highlights: Negernbötel, das umwerfend triste Wahlstedt, Kurven bis Heidmühlen. Das letzte Stück wurden wir immer schneller, aus Angst vor Schauerzellen rasten wir auf der B4 heim. Dort waren auch die Menschen glücklich.





Samstag, 17. August 2024

Voll ins Blaue

Ein trübes, diagonales Band lag zäh über der Stadt und rührte sich nicht. Ich erledige sinnvolle Dinge, wie z.B. die SR zu putzen, obwohl sie nicht schmutzig war. Irgendwann wollte ich nicht mehr warten. Ich zog die Lederjacke an und fuhr nach Norden aus der Stadt raus, dorthin wo das Trübe Band angeblich nicht war, zusammen mit tausenden Autos, deren Existenz mich ärgerte. Beim Blick auf das Beeline bemerkte ich, dass ich es vergessen hatte. Die Route aus der Erinnerung zu fahren klappte nur so halb. Letztlich fuhr nach Nase auf das Blaue am Himmel zu. Einmal den Improvisationsmodus akzeptiert, machte das richtig Laune. Ich gurkte kreuz und quer durch das Gebiet um Kellenhusen, Hohenlockstedt, Hohenweststedt, und was es dort noch so alles gibt. Hier schien die Sonne wie im Sommer. Ich bog spontan ab, wenn es irgendwo eine Nebenstraße auf einen Geestrücken gab, freute mich über unerwartet kurvige Abschnitte und landete auf legalen Plattenwegen in einem flirrenden Wald. Die SR fand die Fahrt ins Blaue richtig gut, schnurrte lautlos durch leere Dörfer und war dankbar für ambitionierte Vollgasetappen dazwischen. In Itzehoe trank ich Cappuccino an der Tanke und prägte mir die Route ein, die am Stördeich entlang nach Glückstadt führt. Von dort ging es mit Fullspeed über Elmshorn und Uetersen zurück in die Stadt der Zurückgebliebenen.



Montag, 12. August 2024

Glückwunsch.

Anja hatte Geburtstag, wir saßen im Zug aber der fuhr nicht los. Wie stiegen um auf die Bikes. Das ging los. Gleichförmig zog die B3 unter den Reifen dahin, die Gedanken schweiften kreuz und quer durch die Welt. In Celle gab es Cappuccino unter Einheimischen, dann nahmen wir gleichmütig das öde Stück über Uetze, und dann irgendwann kamen die ersten Berge, Kurven, Sonne und einsetzender Hunger. Wir checkten am Edelhof ein, dann nahm ich Anja hintendrauf und fuhr mit ihr durch einen glühemden Abend zum Griechen in Osterode. Ein Aperol bitte, herzlichen Glückwunsch.

Exkursion am Sonntag. Der Weg nach Halberstadt führt zwangsläufig über die Traumstrecken im Harz. Kurven und Berge und Sommerhitze. Die Kawa fragte zwischendurch, warum wir nicht immer so fahren. Eine berechtigte Frage, die uns beschäftigte als wir in Halberstadt als Fußgänger schwitzend durchquerten. Auf der Rückfahrt blies der warme Wind alles von uns. Wir stopften uns in Wernigerode mit Pizza voll und hatten den ganzen Abend für die einsamen Bergstrecken. Das Licht kam hart von vorn, aber wenn es über die goldene Landschaft strich, wollte man nichts anderes mehr sehen.

Bevor es Montag zurück in die Ödnis ging, musste ich unbedingt noch den neuen Aussichtsturm am Torfhaus ausprobieren. Dann ging es runter nach Bad Harzburg und auf einer östlichen Route durch den brennend heißen Nachmittag nach Norden. Die Gegend um Schöppenstedt war herrlich einsam, bei Wolfsburg gab es etwas Verkehr, nur VWs. Spätestens bei Wittingen hatte uns die Hitze so ausgelaugt, dass wir einen medizinischen Eiskaffee beim örtlichen Cortina bestellen mussten. Der Rest war rauschen durch die Heide auf langen Waldstraßen, bis schließlich der Speckgürtel der Stadt spürbar wurde und wir wussten, wir müssen baldmöglichst wieder los.



Sonntag, 4. August 2024

Im Westen was Neues

Normalerweise ist man niemals so weit im Westen unterwegs. Jetzt ist dort aber der neue Standort der Berliner. Einladung lag vor, Wetter gut. Zumindest bis zum Nachmittag, daher waren wir um 10 Uhr mit der Rebel und der Z auf der Landstraße. Es war die B 75, die sich zäh über Tostedt und Rothenburg nach Südwesten quält, durch immergleiche Dörfer auf plattem Land. Überraschenderweise gab es auch schöne, flüssig-freischwebende Abschnitte, auf denen man die Zeit und alles vergaß. In Verden überquerten wir die Weser und es ging durch immer westlicheres, unbekanntes Gebiet. Das schwachwellige Relief der Wildeshausener Geest war nach den monotonen Buschtunneln eine Erlösung. Danach kamen wieder graue Orte im Flachland. Von Westen schob sich eine Gewitterfront heran, im allerletzten Moment erreichten wir Bersenbrück. Die Bikes parkten im Regen, wir waren drinnen mit vielen netten Leuten. Christian hatte Geburtstag und Bersenbrück ist das neue Ding.

Sonntag. Nach dem Rührei hatte sich das Regengebiet verzogen. Wir fuhren einmal durchs Stadtzentrum und begaben uns auf die langen Geraden nach Nordwesten. Die Route war eine andere, aber es sah genauso aus. Highlights waren Großenkneten und die Fähre über die Weser. Der weitere Verlauf war entspannt, meist ungestört, meist mit 70 Km/h. Wir kamen über Bremervörde in heimisches Gebiet. Müde, mit leerem Tank und der Sonne im Rückspiegel rollten wir in die Großstadt ein. Bersenbrück existiert.