über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Samstag, 14. Februar 2015

Touristen

Jeden Tag liebten wir den Moment, nach dem Frühstück die Sachen zu packen, die Suzuki klar zu machen und durch die Touristenmeile zu gondeln, dann am Kreisverkehr rauszublinken und auf der Landstraße nach Oliva Gas zu geben. Heute würden wir nicht mehr zurückkommen, also genossen wir mit reichlich Rückenwind die weiten Schwünge der Straßen ganz besonders. Bevor es in die Berge ging, erkundeten wir noch den Abzweig bei Llanos de la Conception. Er führt hinunter zu einer schicken Siedlung am Meer, die auf keiner Karte eingezeichnet ist. Oben auf dem Gipfel war heute das Café geöffnet, die Insel lag in ganzer Pracht unter uns. Wir sahen die Straßen als sauber glänzende Bänder in die gelbe, karge Landschaft gelegt. Es bleib noch Zeit, am Strand von Ajuy in der Sonne zu dösen, aber man hörte die Uhr schon ticken. Noch schnell eine Portion Pulpitos Fritos, dann zuerst träge, später hektisch den Weg kreuz und quer rüber nach El Castilo. Sang und klanglos stellten wir die Inazuma ab und waren wieder Fußgänger. Wir saßen wieder am Hafen, ließen Tapas kommen und waren weit zufriedener als alle anderen, die waren bloß Touristen.

Freitag, 13. Februar 2015

Lanza

Die Passage nach Lanzarote dauert eine halbe Stunde und kostet 88 Euro. Was uns drüben erwartet, wussten wir nicht, abgesehen von dünnen, 20 Jahre alten Erinnerungen. Eine schöne Insel, mit weißen Häusern, Lavasuppe, enormen Felsenküsten und eisigem Nordwind. Wir saßen in schwindelnder Höhe beim Picknick, unten schäumte das Meer, dann ging es weiter über Berg und Tal zum Mirador an der Nordspitze. Wir wärmten uns auf der Hauptstraße an der Ostflanke auf und kurvten wir um die Feuerberge durch endlose Lavafelder. in der Nähe von Golfo, von einem kleinen Vulkankegel aus, genossen wir stumm das Panorame. Um 7 Uhr ging das Schiff zurück. Lanzarote verglühte in kitschiger Dämmerung, Fuerte glitzerte voraus. Abends, mit prall gefüllten Bäuchen, lauschten wir dem Plätschern des Wassers, nachtschwarz an die Kaimauer, bekannter Hits in albernen Latinversionen aus dem Lautsprecher,  dem des Rioja im Glas.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Zusammenhänge

Wir waren auf den Pass bei Vallebron gefahren, den man meist links liegen lässt, weil er so gut versteckt ist. Oben stellten wir uns Fragen großer Zusammenhänge. Z.B., wo die Bewölkung herkommt, bzw. wo sie wieder aufhört. In der Ferne konne man El Cotillo sehen, wie es in der Sonne leuchtete. Wir fuhren hin und mampften eine gigantische Portion Schokoladenkuchen. Es gibt eine Piste um das Nord-Kap herum, die hier beginnt. Wir fuhren sie vorsichtig ein Stück weit, Welblech, Sand (und später bestimmt Tiefsand), brachen dann aber ab und legten uns am einsamen Strand ein Stündchen schlafen, das war auch gut. Zurück nahmen wir wieder den Pass, in der Hoffnung, auf der Ostseite noch Sonne zu sehen, aber der Himmel hatte sich verdunkelt, in den Dünen peitschte uns Sandsturm entgegen und auf dem letzten Kilometer fing es tatsächlich an zu regnen. Wir waren noch dabei, das Ereignis zu verarbeiten, da war es wieder vorbei. 

Mittwoch, 11. Februar 2015

Der Wüstenplanet

Auf der Küstenstraße nach Süden fährt man zuerst durch weite, leuchtende Sandwüste. In loser Kolonne geht es vorbei an Touristenorten und der Hauptstadt Puerto Rosaio. Dann denkt man, man kommt voran, aber bis zum Südzipfel zieht sich die Strecke ins Endlose. Wie ein Highway durch Utah liegt die Straße in einer riesigen Weite, eingerahmt durch erodierte, kahle Berge, darüber Polfilterblau. An einer Bucht standen wir auf einem Felsen und bewunderten den Strand, der bis zum Horizont reichte. Das letzte Stück rauscht man auf einer leergefegten Autobahn dahin, durch Sandberge so groß wie ein Planet im türkisfarbenen Ozean. Unten in Morro Jable ist alles Deutsch. Die Kelnerin musste sich rückversichern, dass wir wirklich einen Spanischen Kaffee wollten. Wir blieben nicht lange, denn die Rückfahrt durch die Berge war lang und genüsslich. Hoch am Hang schmiegte sich die Straße, die Suzuki saugte die Kurven flüssig auf. Im schrägen Abendlicht war mal der eine mal der andere Ozean zu sehen. Zum Schluss der vertraute Anblick, wenn bei der letzten Abfahrt sich Lanzarote hinter Corralejo erhebt, dann das Neonlicht der Touristenmeile. Mui bien.

Dienstag, 10. Februar 2015

Infraschall

An der Westküste sollte es angeblich schwer zugängliche Stellen geben. Wir waren auf der Straße über La Oliva, Richtung Zentralgebirge. Irgendwo im Nichts bog ich auf eine Piste ab, die kilometerweit über Geröllpisten führte. Es war in etwa so, wie im Hochland von Island und die Inazuma musste ganz schön was wegstecken. Am Ende war da nur noch Fels und Brandung, sowie eine Hippiebehausung auf einem anderen Planeten. Querfeldein kamen wir wieder in Zivilisation und fanden die offizielle Serpentinenstraße hinunter nach Los Molinos. Dort lagen wir in der brütenden Sonne auf vier Milionen Jahre alten Felsen. Nur das Meer, das unten mit Infraschall in die Klippen donnerte, war noch älter. Vele Stunden vergingen, dann bestiegen wir träge die Suzuki und Kurvten mit zunehmender Leichfüßigkeit über die sahnigen Bergstraßen im Abendlicht. Als wir in Corralejo ankamen, war schon Dämmerung und wir reichlich durchgefroren. Eine heiße Dusche und ein paar Vino Tinto im Rock Cafe waren die Lösung.



Montag, 9. Februar 2015

Klaglos

Der Mann von East Coast Rides klagte über den strengen Winter auf Fuerteventura. Wir konnten darüber nur lachen, er recht, nachdem alles eingetütet war und wir auf einer nagelneuen Suzuki 250 durchs Hinterland schwangen. Im Kernland, bei Antigua und Betancura ist es frisch und bergig. Im Cafe verzogen sich Gäste um uns herum ins Innere, während wir noch ein Eis bestellten. Später fuhren wir auf zähen Geraden im Gegenwind Richtung El Cotillo. Endlose karge Flächen, stumpfe Berge am Horizont, dramtischer Wolkenhimmel, am Ende tosende Brandung. Abends saßen wir am Hafen mit Tapas. Regen prasselte auf die Markise, doch wir beklagten uns nicht.