über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Oktobersommer

Mitten drin im Oktober, irritierend, kam endlich der Sommer. Dinge blieben liegen, Weihnachtsmänner schmolzen in der Sonne. Sicher ist sicher sagten wir und fuhren unbedingt noch einmal Richtung Elbauen. Jetzt bloß kein Risiko eingehen. Klar hätte man dickere Socken anziehen können oder eine Jacke schon mal mit Winterfutter. Aber das wollten wir nicht, sondern noch ein Mal so tun als ginge es immer so weiter. Hinten auf den kleinen Landwegen am Deich entlang, die Brücke bei Dömitz, dann die antiken Dörfer auf der anderen Seite, gelbe Baumkronen im Gegenlicht unter letztem Blau. Wir mampften unsere Proviantbrötchen an der B 195, wo alles, was zwei Räder hatte, vorbei schoss. Am Ende, auf dem üblichen Heimweg, waren wir müde und die 300 Kilometer fühlten sich in den Knochen sogar noch länger an. Wir nahmen die Eindrücke dieser Fahrt und verwahrten sie an einem sicheren Ort.

Freitag, 12. Oktober 2012

Unsinn

Da alles getan war, kam unverhofft ein halbwegs freier Freitag. Die anrückende Front auf dem Radar hielt ich für Unsinn, da ich einen äußerst strammen Ostwind vernahm. Bei Ostwind gibt es keinen Regen. Mit meinem orangen Halstuch und dem dazu passenden Chopper stand ich dekorativ im Dauerstau in Finkenwerder. Dann segelte ich befreit vor dem Wind Richtung Grünendeich. Es war viel zu kalt, aber die Aussicht auf eine einsame Schinkenwurst beflügelte mich. In der Tat war ich abgesehen von zwei plattschnackenden Eingeborenen der Einzige dort, so dass ich die Maschine querfeldein auf dem nummerierten Parkplatz hinlümmeln konnte. Auf der Rückfahrt hatte ich den Ostwind von vorn, und wie durch ein Wunder jetzt dann doch mit Regen. Zunächst alberne Tropfen, dann Nadelstiche, und auf Hamburg zu eiskalter Dauerregen zwischen stockenden LKW's. Der Elbtunnel hätte gar nicht wieder aufhören sollen. Egal, die Wurst war's wert.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Hohe Schaar Dream Team

Der Tag der Einheit war manchmal freundlich, aber zu mehr als der kleinen Hafenrundfahrt reichte es nicht. Dafür aber in einer heute seltenen Konstellation mit Marcus und Anja, dem alten Dreamteam. Es dauerte nicht lange, da wollte Marcus alles testen, vor allem den Orangen. Wir waren weit abgelegen auf der Hohen Schaar, da sah niemand die alte Endurojacke und den Integralhelm in blaumetallic. Marcus war der erste Mensch, der die Fußrasten auf der Geraden aufsetzte. Davon abgesehen arbeitete er sich schrittweise und willens heran an die Lässigkeit einen Chopper zu fahren. Ich fuhr seine antike G/S, die inzwischen nicht mehr gewaschen werden darf. Die fuhr wie ein Aussichtsturm. Die Starkregenfront "Emden" kam auf dem Display millimeterweise näher. Wir flüchteten in die Stadt, fuhren bei Stenzel vor und holten schweren Schokokuchen.