über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 28. Juli 2013

Naherholung

Es ist okay, auch mal kleine Brötchen zu backen. Wir wuselten in der Vormittagssonne die Elbchaussee entlang, gleich im T-Shirt, dann über Wedel, Holm an den Elbstrand bei Hetlingen. Zwischen schweren Wolken kam die Sonne mit solcher Wucht, dass die Löcher in die Haut brutzelte. Genau wie geplant, schob sich um 16 Uhr 35 langsam die Regenfront über den Fluss. Da waren wir schon wieder zurück und fuhren in die kühle Garage. Danach holten wir Kuchen und genossen einen Restsonntag wie Fußgänger es tun.

Samstag, 27. Juli 2013

Bildzeitung

Das Wetter ist inzwischen in der Bildzeitung. Weil wir dort sicher sind vor sowohl der Stampede der Bildleser als auch den 35 Grad, rollten wir gegen Mittag schleunigst wieder Richtung Atlantis. Ohne Handschuhe und mit halboffener Jacke glitten wir über das heiße Land. Störend war allenfalls die leider erforderliche Kaffeepause am Hüx in Lübeck (wer hätte das vor 25 Jahren gedacht) und die schweißtreibende Suche nach Badeschuhen in Burg. Größe 43 war ausverkauft,  Schwarz-Orange schon mal gar nicht. Aber die 44er passten einigermaßen und blieben auch nach 2 erfrischenden Einsätzen im Fehmarnbelt am Fuß. Gegen Spätnachmittag fing es im Westen an zu quellen. Wir hatten natürlich keine Regensachen dabei, längst vergessen, was das überhaupt sein soll. Da fiel mir die B 501 wieder ein, die so nah es geht an der Küste entlang führt, und eben auch an der Gewitterfront vorbei, die auf dem Regenradar inzwischen furchteinflößend aussah. Außer einem Schauer bei Neustadt kamen wir unbehelligt durch. Zur Belohnung bestellten wir beim Hähnchen-Eck in der Schwartauer Allee einmal zwei halbe Hahn. Das ist auch locker eine Dekade her, bemerkten wir. Die B 75 zog uns zwischen zwei kleineren Gewitterzellen hindurch in die Dämmerung.

Dienstag, 23. Juli 2013

Carpe that fucking Diem

Der Sommer ist ein Märchen, die Abende sind noch lang, warm und nur zum Cruisen da. Wir finden immer wieder ein Ziel. Und sei es nur zum Zollenspieker, kurz bevor der Imbiss zu macht. Genauso eine Wurst in Grünendeich, zum Feierabend. Oder eine Tour in die Dämmerung über Henstedt Ulzburg, unsäglich, doch eines endlosen Sommerabends vom Sattel aus gesehen fast lässig. Einen astreinen Burger an der B4, allerlei Tiefergelegtes bestaunend. 25° Celsius, schnell noch eine späte Runde durch das einsame Natruimdampfgelb des Hafens, mit 80 Sachen durch die leeren Straßen rauschen. Oder 20 Kilometer auf der Elbchaussee entlanggleiten, am Ende eine Pizza im Wedeler Beachclub, Schiffe gucken. Manchmal kommen einem andere Biker entgegen. Sie grüßen herzlich, und in ihren Gesichtern sehe ich wahres Glück.

Sonntag, 21. Juli 2013

Drogen

Ein neuer Tag kam, mit neuer Sonne, sie brannte sofort. Den Vormittag verbrachten wir mit Diskussionen über bestmögliche Ziele, die nicht voll sind mit Touristen aus dem Süden, die so sehr die Seeluft lieben und diesen wahnsinnig weiten Himmel. Uns fiel die Strecke durchs Hinterland ein, die auf Atlantis endet. Sie war tatsächlich wieder fantastisch. Absolut ungestört rollten wir über die Hügel zwischen Ahrenbök, Eutin, Lensahn. Dass ich seit 2 Tagen mit eierndem neuen (!) Reifen und zitternden Lenker fahre, spätestens jetzt war alles egal. Nach Jahren parkten wir erstmalig wieder am Deich von Wenkendorf. Wir breiteten unser Handtuch aus und ließen die Sonne sengen. Der Abend war heiß, und die Waldstücke auf der Rückfahrt angenehm und kühl. In Neukoppel bogen wir ab zu Telse, vorher noch schnell ein Alkoholfreies von der Tanke holend. Der Abend war so nett, dass es nichts aus machte, die B 75 in der Dämmerung und die Stadt bei Dunkelheit zu erreichen. Das Pflaster war warm, der Sommer endlos und das Benzin eine Droge.

Samstag, 20. Juli 2013

Märchen

Samstagmorgens war ich auf dem Weg nach Lübeck, genauer gesagt in die Siegfriedstraße, wo Heike wohnt und Anja abzuholen war. Seit Wochen ist Wetter wie in Arizona. Man fährt in Turnschuhen und kann sich nichts vorstellen außer heißem Asphalt, höchstens eine milde Brise am Strand. Ich traf die beiden leicht durchgerockt am Frühstückstisch an. Kurz darauf suchten Anja und ich Wege vorbei an der entsetzlichen Blechlawine, die sich an Tagen wie diesem in Richtung Ostsee quält. Bitte bleibt doch im Stau auf der Autobahn, da gehört Ihr hin, Arschlöcher! Wir kreuzten eine Weile durch McPom, lange nicht gesehen. Einige Orte kaum wieder zu erkennen. Den Touristen wird geboten, was sie erwarten. Dem Land dazwischen ist es egal. Es glüht in der brennenden Sonne und wartet auf den Mähdrescher (der wartet hinter unübersichtlichen Kurven). in Brook war noch genau ein Plätzchen frei zwischen echten Ossis. Man erkennt sie an ihrer Nacktheit und fokussiert schnell Punkte am Horizont, an der gegenüberliegenden Küste Schleswig Holsteins zum Beispiel, die sensationell klar und nah war. Mit der Zeit kam eine große Trägheit und die Rückfahrt gerade recht. Durch die Knicks im warmen Abendlicht, das über die Kornfelder streift, und das das SparklingCandyOrange der Kawasaki liebt, zu kurven, war unvergleichlich. Wir kamen auf einer aufwendigen Route über Mölln, Nusse, Trittau der Stadt näher, die ganz betrunken war von diesem Märchensommer. Wir fielen nach einem Absacker auf dem Balkon sofort ins Bett.

Sonntag, 14. Juli 2013

Blaustich

Ausnahmsweise empfing uns die Heimat mit richtigem Sonnenschein, wenn auch leicht blaustichtig. Wir fuhren glich wieder los, die Motoren noch warm. Die Tour nach Brook ist lange her, romantisch und hat am Ende einen Strand. Das erste Stück war aber ernüchternd. Eine endlose Autoschlange verstopfte die Bundesstraßen. Zu viele Menschen in diesem engen Land. Gut, dass wir die Waldwege kennen. Das Gefühl freien Gleitens kam erst auf der Landstraße nach Schönberg auf. Aus reiner Gewohnheit fuhren wir beim örtlichen Café vor und bestellten Eis mit Sahne. Den Rest des Tages verbrachten wir Ostseestrand als wäre es das Mittelmeer. Wir tranken noch ein Alkoholfreies in Lübeck, dann entschwand auf der abendlichen B75 allmählich das Urlaubsgefühl und wir entdeckten ein vergessenes Gefühl neu: Frieren.

Freitag, 12. Juli 2013

Croisière de France

Frankreich hat praktisch alles was man braucht. Sonne, die einzig wahren Päin-o-Scholola, an jeder Kreuzung einen Carrefour und immer einen netten Zeltplatz in der Nähe. Vor allem aber: Weite, durch die ungestörte Landstraßen führen, auf denen man ganztägig gleitet, durch Flusstäler schwingt, über Mittelgebirge kurvt und durch die Jahrtausende staunt. Zweieinhalb Wochen kreuzten wir ab Narbonne von Kreisel zu Kreisel durch die Große Nation. Zuerst in einem irren Schlag bis an die Bretagne, dann Eingebungen, Flüssen oder grünen Straßen folgend peu a peu in bis den Süden, wo die Zikaden sirren und man ohne Jacke fährt.
Alle Details in Kürze aus der Abt. f. Reiseberichte.