Samstagmorgens war ich auf dem Weg nach Lübeck, genauer gesagt in die Siegfriedstraße, wo Heike wohnt und Anja abzuholen war. Seit Wochen ist Wetter wie in Arizona. Man fährt in Turnschuhen und kann sich nichts vorstellen außer heißem Asphalt, höchstens eine milde Brise am Strand. Ich traf die beiden leicht durchgerockt am Frühstückstisch an. Kurz darauf suchten Anja und ich Wege vorbei an der entsetzlichen Blechlawine, die sich an Tagen wie diesem in Richtung Ostsee quält. Bitte bleibt doch im Stau auf der Autobahn, da gehört Ihr hin, Arschlöcher! Wir kreuzten eine Weile durch McPom, lange nicht gesehen. Einige Orte kaum wieder zu erkennen. Den Touristen wird geboten, was sie erwarten. Dem Land dazwischen ist es egal. Es glüht in der brennenden Sonne und wartet auf den Mähdrescher (der wartet hinter unübersichtlichen Kurven). in Brook war noch genau ein Plätzchen frei zwischen echten Ossis. Man erkennt sie an ihrer Nacktheit und fokussiert schnell Punkte am Horizont, an der gegenüberliegenden Küste Schleswig Holsteins zum Beispiel, die sensationell klar und nah war. Mit der Zeit kam eine große Trägheit und die Rückfahrt gerade recht. Durch die Knicks im warmen Abendlicht, das über die Kornfelder streift, und das das SparklingCandyOrange der Kawasaki liebt, zu kurven, war unvergleichlich. Wir kamen auf einer aufwendigen Route über Mölln, Nusse, Trittau der Stadt näher, die ganz betrunken war von diesem Märchensommer. Wir fielen nach einem Absacker auf dem Balkon sofort ins Bett.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen