Ein trübes, diagonales Band lag zäh über der Stadt und rührte sich nicht. Ich erledige sinnvolle Dinge, wie z.B. die SR zu putzen, obwohl sie nicht schmutzig war. Irgendwann wollte ich nicht mehr warten. Ich zog die Lederjacke an und fuhr nach Norden aus der Stadt raus, dorthin wo das Trübe Band angeblich nicht war, zusammen mit tausenden Autos, deren Existenz mich ärgerte. Beim Blick auf das Beeline bemerkte ich, dass ich es vergessen hatte. Die Route aus der Erinnerung zu fahren klappte nur so halb. Letztlich fuhr nach Nase auf das Blaue am Himmel zu. Einmal den Improvisationsmodus akzeptiert, machte das richtig Laune. Ich gurkte kreuz und quer durch das Gebiet um Kellenhusen, Hohenlockstedt, Hohenweststedt, und was es dort noch so alles gibt. Hier schien die Sonne wie im Sommer. Ich bog spontan ab, wenn es irgendwo eine Nebenstraße auf einen Geestrücken gab, freute mich über unerwartet kurvige Abschnitte und landete auf legalen Plattenwegen in einem flirrenden Wald. Die SR fand die Fahrt ins Blaue richtig gut, schnurrte lautlos durch leere Dörfer und war dankbar für ambitionierte Vollgasetappen dazwischen. In Itzehoe trank ich Cappuccino an der Tanke und prägte mir die Route ein, die am Stördeich entlang nach Glückstadt führt. Von dort ging es mit Fullspeed über Elmshorn und Uetersen zurück in die Stadt der Zurückgebliebenen.

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