Aus dem Elbtunnel fuhren wir in die Dämmerung. Auf der A7 in Richtung Süden zu fahren weckte Erinnerungen. Man konnte sich vorstellen, eine Reise anzutreten, die Maschinen beladen mit stattlicher Campingausrüstung, sehnsüchtig das Geräusch der Zikaden erwartend. Dieser Samstagabend verlief anders. Wir bogen auf die B 75 ab, dann auf die B3 (könnte man auch bis Basel durchfahren!) und kamen mit einsetzender Dunkelheit kurz vor Buchholz zum stehen. Das letzte Stück bis zum Gänseblümchenring fuhr ich mit Navigation, das erste Mal im Leben. Sofort verlor ich die Orientierung. Um uns herum bewegten sich in gleichmäßigem Tempo Buchholzer in ihren Autos die Umgehungsstraßen entlang. Bei Fran und Nico im wüstigen Neubaugebiet gab es eine Menge zu besprechen und Wohlstand satt. Der nächste Morgen war frisch und hell, von den versprochenen vierzehn Grad fehlte jede Spur. Wir gaben uns willenlos einer trägen Tour durch die Nordheide hin. Mit 90 Sachen rauschten wir verschnarcht über ockerfarbene Landstraßen. Die Sonne blendete, jedoch war die Luft aus einem Block Eis. Am Hals pfiff es schneidend rein, weil Anja die Sturmhaube für sich beanspruchte. Und dennoch, wir mussten zugeben, dass die Strecke nicht ohne Reiz war, wie uns sie kreuz und quer durch kahle Wälder und über braune Kuppen bis an den Geestrand gleiten und schließlich am Elbdeich in Hoopte rauskommen ließ. Alles war so früh, dass als wir mit kalten Fingern in der Stadt einliefen, die Menschen übernächtigt blass vor den Cafés hockten, in Decken gehüllt, vorsichtig an großen heißen Gläsern Galao schlürfend, und uns teilnahmslos vorbeiziehen ließen.
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