20 Jahre !!!

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Sonntag, 19. April 2015

Unser Weg nach Lehmrade

Nach Lehmrade führen viele Wege, aber wie hatten uns für den langweiligsten durch Bergedorf entschieden, wo man von Ampel zu Ampel juckelt. Unter uns, wir waren heimlich dankbar, wenn wir warten mussten, denn die Sonne schien zwar brutal an diesem Aprilsonntag, aber auf den Geraden wurde es ungemütlich. Nach einem langen Kaffee an der Tanke in Lauenburg wurde es etwas wärmer und wir genossen erstmalig in diesem Jahr, die Cruiser über freies Land rollen zu lassen. Bei Güster, hinter der großen Senke, fuhren wir links ab, in einen Märchenwald, durch den sich eine alberne kleine Straße schlängelt. Man kommt vorbei an einem Spukschloss, dass auf keiner Karte verzeichnet ist (und im gesamten Internet auch nicht). Dann die Ausläufer von Mölln, etwas kreuz und quer durch die Hügellandschaft im Grenzgürtel, und dann Lehmrade, wo die Ruhe summte, und wir, wie versprochen, ein Objekt am Arsch der Heide beäugten. Wir drehten noch eine kleine Runde durch sprießendes Grün am Wegesrand und Weiße Bäume in grellem Nachmittagslicht, dann versuchten wir, den gleichen Weg zurück zu finden. Dabei landeten wir nachhaltig in Möllns entlegensten 30er-Zonen und kam dort nicht ohne weiteres wieder raus. Später, von Geesthacht aus nahmen wir die Deichstraße. Wir waren inzwischen entsetzlich müde, und ein Kaffee war irre verlockend. Trotzdem ließen wir den überfüllten Zollenspieker links liegen. Wir fuhren in der Weidenallee vor, machten den Kaffee selbst und wärmten uns auf dem Balkon auf.


Montag, 6. April 2015

Richtig.

Ostermontag herrschte wüstes Gedränge am Dampfstrahler. Der Tag blendete in irrem Halogenlicht und mühsam zweistelliger Temperatur war es herrlich, durch die Stadt zu cruisen. Ein lange vermisstes Gefühl kam immer besonders dann auf, wenn Anja aus dem Rückspiegel an der Ampel neben mich gerollt kam und ihr Auspuff meinen übertönte. Wir fuhren durch den Hafen, und mit dem Wind im Rücken kamen wir uns ungeheuer mutig vor, die drömelige Deichstraße bis ganz zum Lüheanleger durch zu fahren. Dort waren alle Mutigen versammelt. So viele, dass man kaum einen Stellplatz bekam. Chrom glänzte, viele Maschinen waren nagelneu, die erste Krakauer lag etwas schwer im Magen. Gegen fünf Uhr wurde es frisch, und wir fuhren entspannt am helligten Tag nach Hause. Kalte Füße hin oder her, das Gefühl blieb, dass alles richtig ist.