Das Ende des Jahres war dunkel und mild. Am dritten Advent zog ich mit der Vulcan durch einen trüben Nachmittag nach Travemünde, bekam Kaffee und Kuchen. Ich schaffte es nur mit Mühe, die rettende Stadt auf dem Rückweg noch in der Dämmerung zu erreichen.
Eine Woche später war bereits Weihnachten. Anja und ich waren mit den Vanvans unerwegs über die ausgestorbenen Wirtschaftswege zwischen Reinfeld und dem Anwesen. Aus den vereinzelnd stehenden Häusern drang gelbes Licht in das Blau des Spätnachmittags. Draußen lag das Land in dämmernder Leere unter Vollmond. Am Waldrand erschien ein einsamer Kleinwagen, darin saß ein Weihnachtsmann.
In der Woche war es herrlich, durch die Stadt zu cruisen, z.B. um immer wieder einen neuen Karton Monte Velho zu holen, oder Nachschub an Marzipan. Wir brummten vergnügt kreuz und quer durch das Hafengebiet, manchmal nahm ich für eine Stunde die Vulcan und gab zügellos Gas auf der Ost-West-Straße, wie in besten Zeiten. Die Straßen waren frei wie in einer Sommernacht, und man brauchte meist nicht mehr als Jeans und warme Socken. Gegen Ende kam aus Sibirien knisternde Kälte. Ein neues Jahr fing an, aber es fühlte sich eher an, als wenn etwas aufhört.
