Es war ein träger Sonntag mit matschigem Himmel und ohne größeres Ziel. Wir brachten Altglas weg und reviewten Packrollen. Solche Sachen. Im Zentrum hatten sich tausende Christen auf Rädern versammelt und einen medienwirksamen Konvoi in die Umgegend angezettelt. Als die Stadt endlich leer war, starteten wir die Maschinen und fuhren auch raus, nicht ganz ohne Neugier. Bei Möbel Kraft in Buchholz sahen wir sie, bzw. deren Reste. Einige verbrannten in göttlicher Extase Reifen, andere beteten still und aßen Wurst. Im Heidentum bestätigt tasteten wir uns durch Buchholz' ausgedehnte Dreißigerzonen nach Osten heraus und waren überrascht, z.B. über den Bergwald bei Bendesdorf oder die lange Gerade von Brackel hoch bis Stelle. Das ist der Richtige Ort für Ungläubige, es gibt einem Imbiss mit angeschlossener Support-81 Kneipe, wo man seinen Roller abstellen kann. Inzwischen war das Wetter richtig schön geworden. Wir kamen wieder mal über Over ins Hafengebiet, das war nicht weit. Der Rest war Routine und absolut wohltuend.
20 Jahre !!!
Sonntag, 10. Juni 2018
Samstag, 9. Juni 2018
Sommerfrische, kurz.
Anja hatte für Samstag STRAND! in den Kalender geschrieben. Gegen Mittag waren wir also unterwegs. Die Autobahn konnte man gleich abhaken, man kam nicht mal dort hin. Also gurkten wir in zermürbender 70 Km/h Kolonne über Bergedorf, Schwarzenbek, Mölln, Ratzeburg. Danach, endlich, die Strecke bis Schönberg. Die war erholsam, aber der Flow kam nicht mehr auf. Brütende Sommerhitze machte den Strand gleich kurz hinterm Priwall zu einem Sehnsuchtsort. Die Brise war zunächst angenehm frisch, dann kalt. Der Himmel wurde diesig. Wir packten ein und fuhren zurück in die Hitze des Kontinents, durchquerten ihn von Nord nach Süd. Zarrentin, dann die verwunschene Waldstraße nach Gudow. Büchen, Lauenburg, Autobahn Geesthacht-Hamburg mit Rückenwind. Vorne lockte der Holzkohlegrill, hinten war nix mehr.
Mittwoch, 6. Juni 2018
Kurze Hosen
Warten, dass die Straßen sich etwas leeren. Aus der Garage rausfahren, sofort Sonnenvisier runter. Durch die Schanze, wo alle in kurzen Hosen rumlaufen, mit Bierflasche. Staub stand in der harten Abendsonne über heißem Asphalt. Es folgten Hafenkräne, Schiffe, dann grüne Marschen. Wir hatten gehört, dass es am Lüheanleger neuerdings Pulled Pork gibt. Der Imbiss hat 'bis Sonnenuntergang' auf, das ist momentan locker 22 Uhr, ideal für eine lässige Spätfahrt in einem Land, dass nur aus einem nie endenden Sommer besteht. Nach dem Pork kam noch ein Cornetto, die Sonne verglühte und wir trieben über die Deichstraße zurück. Fließende 70 Sachen, durch Mückenschwärme, durch irres Lichtermeer, in die summende Stadt, die in kurzen Hosen.
Sonntag, 3. Juni 2018
Unerhörte Leichtigkeit
Christian hatte eines Abends seine Innova in unserer Gerage vergessen. Das machte nix, außer dass sie etwas Platz wegnahm. Und dann kam nach langer Zeit ein Wochenende mit normalem Wetter, Schauern und einem diesigen Sonntag. Auf dem Sofa entstand die Idee einer 125er Fahrt. Anja auf der Vanvan, grinsend und laut, ich auf der Honda. Das vertraute, unvergleichlich schnurrige Gefühl von damals setzte unvermittelt ein, sofort wollte ich mit dem Ding bis nach Italien fahren, ach was, Afrika! Für heute reichte erstmal auch die Rosengartenstraße, danach ungestört mit fuffzig durchs Alte Land, dann möglichst selbstbewusst beim Lüheanleger vorfahren. Unter diffus-milchiger Suppe liefen die Boliden zügig durchs Dreieck Buxtehude-Harsefeld-Sauensiek. Wir fanden diese Gegend heute mal richtig gut, entdeckten z.B. den Gauß-Turm in Litberg und waren eigentlich schon auf dem Rückweg durch Wald und Wiese. Da kam die Sonne raus und änderte den Plan: Wir bogen einfach nicht ab, sondern stießen durch bis Stelle, weiter im Abendlicht bis Winsen und fanden dort überraschend ein leckeres Essen. Sonst wären wir ohne Weiteres bis Lüneburg weitergefahren, oder ans Ende der Welt. Denn alles an dieser Fahrt war so unerhört leicht und locker, niemals langsam und nie genervt. Am Ende waren wir ganz nachdenklich und sponnen uns wilde Fuhrparkszenarien zurecht.
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