Zur Sonnenwende versuchte ich eine einsame Spätfahrt, sie war kühl und ich müde. Zwei Tage später kam die Wärme und die Fahrt wurde wiederholt, mit Anja hinten drauf, und ohne Handschuhe, genüsslich bullernd durch die untergehende Sonne zwischen Hafenkränen. Check.
Das Wochenende stand schon im Zeichen übertriebener Reisevorbereitungen. Die Stadt war heiß und voller Harleys. Am frühen Samstagabend wollte ich eine kleine Runde drehen, kurz allein, da Anja ihre Zehen angemalt hatte. Die Fahrt war auf der Rosengartenstraße schon so genial, dass ich ohne schlechtes Gewissen noch das Stück bis Welle dranhängte. Und dann noch die Querverbindung durch die menschenleere Heide nach Undeloh und von da hoch bis Stelle. Ein heißer Wind blies durch den Hoodie, und die trockene Landschaft sah in der Sonnenbrille aus wie im Kino.
Am Sonntag staute sich stickige Hitze in der Stadt. Während im Süden die Harleys sich ebenfalls stauten, zogen wir nach Norden ab. Ein Stück B4, dann kurvig nach Elmshorn und durch die Marschlandschaft, die so frisch und grün aussah, wie man es gar nicht mehr kannte, nach Kollmar. Es gab dort schweres Softeis aus Kindheitstagen, ausnahmsweise, weil morgen ein Regenband kommt, und dann ein ganz neuer Film.


