20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 31. Juli 2022

All Inclusive

Alles war drin, und es ging schon am Freitagnachmittag los. Anja holte mich am Berliner Tor ab, und wir nahmen sogar ein Stück Autobahn, um pünktlich auf dem Anwesen vorzufahren. Am Samstag führte Götz uns auf seiner Street Twin zügig durch Ostholstein, auf der fantastischen Strecke über Eutin und Schönwalde nach Heiligenhafen. Dort schifften wir ein auf die Infinity und setzten Kurs auf Westfehmarn. Sie lag satt und machte über 7 Knoten Fahrt. Wir lernten alles über die Komplexität des Segelns und fühlten uns mächtig cool, als wir zurück in den Hafen kamen und in die Box rangierten. Der Rückweg nach Struckforf in der Abendwärme rundete den perfekten Tag ab. Am Sonntag kam noch eine kleine Ausfahrt nach Goldenbek dazu, mit ultraleichten Mountainbikes, und schließlich unsere Rückfahrt über Kühsen, Sachsenwald, Elbdeich. Kaum zu glauben wie viel reinpasste, Rechtzeitig um 15 Uhr parkten wir die Cruiser in der Garage, dann kam planmäßig das Regenband und wir erholten uns.



Sonntag, 24. Juli 2022

Schmalz

Der Tag war brutal heiß, und ohne die Gewitterzellen auf dem Bildschirm wären wir garantiert an die Ostsee gefahren. Wir versuchten stattdessen die Elbauen, dort gab es mal einen winzigen, unbekannten Buhnenstrand. Die Badehose musste in Anjas Tasche mit rein, denn mein Werkstattersatzfahrzeug, eine XSR 700, war ein cooles Hipsterbike ohne alles. Sie hielt mich mit ihrem schmalzigen Antritt über große Teile der Hinfahrt bei Laune, was nötig war, denn ich war etwas unfit-to-ride Die B 195 lag in stickig-trockener Bruthitze. Die Buhnen waren nicht auffindbar, der Ort auf der Karte irgendwie gelöscht, die Cafés verstopft mit E-Bikern. Da auch mein Kilometerkontingent erschöpft war, fuhren wir mit offener Jacke zurück, ungebadet, schmalzlos und müde, vergeblich auf die angekündigte Wolkendecke hoffend. Der Bogen über die Deichstraße passte noch gut rein, änderte daran aber nichts.



Dienstag, 19. Juli 2022

Magie

Brennender Asphalt, flirrende Luft, unter mir heißer, vibrierender Stahl mit 50 PS. Die Stadt war so leer wie man es sich immer wünscht, der Feierabend lang und zwanglos. Ich ließ sie Bolt über die Schnellstraße nach Harburg rollen. 80 Km/h zogen als warmer Luftstrom durch meinen Hoodie. Die Heideroute brach ich ab, folgte stattdessen der Sonne, die weißglühend über der Vierspurigen Richtung Stade stand. Durch die Sonnebrille sah Neuwulmsdorf aus wie der Sunset Boulevard. Alles war so cool, dass ich so langsam wie möglich mit dem gleichmütig fließenden Verkehr schwamm. Von Buxtehude aus fuhr ich in die Marsch und trank am Lüheanleger ein Alkfreies am Deich. Als alle Spacken weg waren, begab ich mich auf den Rückweg über Cranz. Die Strecke ist durchgängig 50, und ich hielt mich dran, bis mich ein LKW überholte. Als ich das Hafengebiet erreichte, lag alles unter schwülwarmer Dämmerung. Die Bolt glitt durch das Lichtermeer, die Luft strömte, das war Magie.



Sonntag, 17. Juli 2022

Kaffeefahrt

Jetzt, ganz am Schluss, ohne Drang und Ansprüche, gönnten wir uns eine dedizierte Kaffefahrt nach Strukdorf. Wir folgten dabei kritiklos einer Beeline-Route über Norderstedt und die dicht befahrene B432, aber wir waren noch so erfüllt von den Eindrücken schwedischer Highways, das juckte uns nicht. Auf dem Anwesen war Zeit, alles nochmal aufzurollen und mit den Erlebnissen anzugeben. Danach waren wir immer noch ein ganz bisschen im Urlaub und voller Tatendrang, programmierten eine Tour quer durchs Land bis zum Sachenwald und an die Elbe, Querfeldein durchs Land, mit 85 Km/h, die letzten Meter Asphalt hinauszögernd, träumend es ginge irgendwo hin, wo nicht Alltag ist.



Samstag, 16. Juli 2022

Abbruch

Irgendwie hätte es Stil gehabt, das Restwochenende noch mitzunehmen und noch auf die Schnelle nach Hörden zu fahren. Weil wir es können. Was sind 250 Kilometer im Vergleich zu Lappland? Andererseits, was sind das bitte für erbärmliche 17° im Vergleich zum Midsommar? Okay, das Wetter redeten wir es uns schön, aber in Verbindung mit der langen B3, die normalerweise als Baby-Highway herhält, wurde es anstrengend. Wir diskutierten lange in einem Wohngebiet in Soltau, aber die Entscheidung war längst gefallen. Abbruch, Umkehren, kleine Ehrenrunde durch die Heide, dann total durchgefroren auf schnellstem Weg in die heimische Wanne. Am Polarkreis wäre das nicht passiert.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Weiche Landung

Letzte Etappe: Schwedenquai Kiel - Hamburg Eimsbüttel. Mit allergrößten Befürchtungen hatten wir die Fähre in Kiel verlassen, wühlten uns durch den LKW Stau und schmissen die programmierte Route direkt über Bord. Wir waren noch im Urlaub und fuhren einfach an der Küste entlang, als wären wir Touristen. Schönberg, Lütjenburg, Kükelühn, das waren keine Highways der Endlosigkeit, aber sonnige, freischwingende Landstraßen. gut zu fahren und ganz entspannt. Über Ahrensbök kamen wir in die Nähe Strukdorfs und fuhren dort kurzerhand vor, in der Hoffnung, irgendjemand würde da sein und Kaffee kochen. Götz war da. Wir zeigten ihm stolz das Foto vom Elch. Es war ein Rentier. Von Dort ging es in gewohnter Manier zurück in die Stadt. Die war ruhig und leer. Wir landeten weich.


Mittwoch, 13. Juli 2022

Norden

Cruisen in Schweden. Schwedenchopper. Mückenspray. Endloses Gleiten auf einsamen Highways durch ein Land wie ein Kontinent. Zivilisation, wo vorhanden, mit ausgeprägter Motor-Kultur und Hej Hej. Ansonsten: Rote Hütten, Dalarnapferdchen, Systembolaget und Tage ohne Nacht. Und weil wir unsere Route ein wenig anpassten, Midsommar wie kein zweiter.

Was wirklich am Polarkreis geschah, steht hier: