Das eigentliche Geschenk war die milde, westliche Luftmasse, so dass Weihnachten feuchtwarm und schneelos vor uns lag. Beide Vanvans sprangen an, und die gefütterten Goretexsachen trugen enorm auf, während wir uns aus der noch immer hektischen Stadt heraus bewegten und uns zunächst in eine sich mit den Kilometern zerstreuende Autokolonne einreihten. Mit dem Nachmittag kam immer mehr Einsamkeit und wir rollten stumm staunend in eine farblose Dämmerung hinein. Baumgerippe griffen knochig und schwarz nach dem sinkenden, allumfassenden schweren Dunkelgrau. Einzelne Leuchtpunkte strahlten irreal hervor, sogleich verglühend am porösen Rand der Erde. Gegen Ende glimmte ein kurzer Moment intensiven Blaus, danach war nur noch schwarze Nacht, unterbrochen von natriumdampfgelb erstarrten Dörfern. Das Scheinwerferlicht verzweifelte an dicken Nebelbänken, unter den Reifen klatschten Schneereste. Im Rausch der Eindrücke rollten wir auf das leuchtende Anwesen. Da Weihnachten war, frohlockten wir die ganze Nacht.
Der Sonntag begann in monotonem Nieselregen und die Fahrt war sehr introvertiert. Ausgelaugt lagen die Ortschaften an der Straße, wartend auf das Abendprogramm. In der Nähe von Hamburg war kurz ein Lichtblick am Himmel zu sehen. Er ging unter, noch bevor wir die tropfenden Vanvans in die Garage geparkt hatten.
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