20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 30. März 2014

Von vorne anfangen

Im Süden war es ein Grad mehr auf der Wetterkarte. Süden, das ist da wo die langen Geraden sind, die sind lange her. Jetzt wurde die Zeit umgestellt und der Frühling eingeschaltet. Im Nu fühlte stellte sich das vertraute Gefühl ein. Tief sitzen, breit greifen und das Asphaltband genüsslich unter sich abspulen lassen, den Blick weit, auf die sich im Gegenlicht schimmernde endlose Waldschneise der B3, dabei gedanklich abschweifend und bei Gegenwind leicht kämfend. An Ende der Endlosigkeit kam Soltau, Drehkreuz und Heidemetropole. Wir saßen vor einem kleinen Café und mussten erstmal die warmen Sachen ausziehen. Vor uns stand Mohnkuchen und die Straße war eine einzige Bühne für alles was 2 Räder hat, motorisiert und natürlich angemeldet, im März. Das mit dem Highwaycruisen ging noch eine ganze Weile ungestört weiter. Wir bogen auf die B 209 ab, bis Amelinghausen, dann kleiner, wieder durch die Heide, die überraschenderweise immer wieder ein unbekanntes Landsträßchen aus dem Hut zaubert, das über sanfte Hügel führt. Undeloh kam ins Bild, dann wieder weites Land. In Welle kamen wir wieder auf die 3, inzwischen richtig abgekämpft. Offenbar muss man jedes Jahr von vorne anfangen, jedenfalls fand ich kaum noch eine bequeme Art zu sitzen. Hamburg glühte, war gehüllt in eine Wolke aus Grilldunst, die in der milden Abendsonne super aussah.

Samstag, 29. März 2014

Fliegen

Das mit dem Fensterputzen musste jetzt erstmal so reichen, denn gegen Mittag war die Wärme kaum noch zu glauben. Ich lief schnell in die Garage, holte die Orange raus und fuhr schnell los. Ein Ziel hatte ich nicht, einfach fahren. Ich kam automatisch wieder über die Straße hinter Schenefeld Richtung Appen, war kurz danach Ütersen, dann in Elmshorn. Am Helm klebten erste Fliegen, das war toll. Weiter Richtung Glückstadt, dort gibt es einen Marktplatz, wo man vorfahren kann für ein Schokocroissant und einen Cappuccino. Wenn man keinen Chopper hat, schiebt man halt Kinderwagen, so machen' dort die meisten. Ich ließ mich treiben bis an den Rand von Itzehoe und dann querfeldein irgendwie bis zwischen Quickborn und Bad Bramstedt, es war eigentlich egal wo ich war, ich wollte nur fahren, und es war wie fliegen.

Sonntag, 23. März 2014

Schrubben und zählen

Anja hatte sich im Internet eingeigelt, also fuhr ich allein, trug die Highway-One Lederjacke, Fleecepulli, Doc Martens, aber mit dicken Wollsocken. Denn Zehn Grad waren eine Ansage. Hinter Lurup beginnt eine lange Gerade, die in den rauhen Nordwesten hinausführt. Ich bretterte sie leicht geduckt entlang. Dann kam die Marsch, hell und leer. Über Landstraßen hingen manchmal drohende, diffuse Wolken. Unter Ihnen fror ich, in Sonne nicht. Haseldorf zog vorbei, dann lang gestreckte Deichdörfer, die Heimeligkeit gut situierter Sonntagnachmittage ausstrahlten. Schließlich kam Wedel ins Bild wie eine Metropole. Ich suchte die Straße nach Blankenese durch die Villen beim Falkenstein. Hinter Radfahrern und Familienkutschen her pötternd, konnte ich mich etwas erwärmen. Aber bald war klar, dass nur ein Kaffee bei Anja im Internet wirklich helfen würden. Kaum war ich drin, fing es an zu regnen. Dann hörte es wieder auf, ich wartete noch einen Moment und fuhr wieder los. Noch eine große Runde durch den Hafen, haarscharf an der Kante des Regenbandes entlang, was klasse aussah, dabei mit tendenziell schrubbender Fahrweise, was sehr befriedigte. Jeder Kilometer zählt.


Donnerstag, 20. März 2014

Meetings

Ein einsamer Vorfrühling war draußen. Drinnen wurde mir die Product Owner Conference zunehmend scheißegal; ich verabschiedete mich französisch und traf Anja, eine Straße weiter wartend. Chrom glänzte im späten Nachmittag. Wir schlichen über Rothenburgsort und drangen bis zur Deichstraße vor. Ganz neu und mit ungewohnter Geschwindigkeit segelten wir gegen spürbaren Wind durch allererstes Grün den Fluss entlang. Zum Dinner erreichten wir den Fähranleger am Zollenspieker. Dort wurde klar, das wohl viele Meetings abgesagt wurden heute. Genau zwei Stellplätze waren noch frei, der Rest war mit all dem zugeparkt, was kein Saisonkennzeichen hatte. Die Thüringer schmeckte köstlich, und sogar das Imbisspersonal hatte ein Lächeln übrig. In untergehender, Sonne kamen wir zurück in die Stadt. Das Industriegebiet leuchtete goldgelb im Gegenlicht, und cool wie in den gestylten Kustom-Kulture Szenerien aus dem Internet. Im Wallringtunnel gaben wir noch einmal Gas und freuten uns, auf alles.