Anja hatte sich im Internet eingeigelt, also fuhr ich allein, trug die Highway-One Lederjacke, Fleecepulli, Doc Martens, aber mit dicken Wollsocken. Denn Zehn Grad waren eine Ansage. Hinter Lurup beginnt eine lange Gerade, die in den rauhen Nordwesten hinausführt. Ich bretterte sie leicht geduckt entlang. Dann kam die Marsch, hell und leer. Über Landstraßen hingen manchmal drohende, diffuse Wolken. Unter Ihnen fror ich, in Sonne nicht. Haseldorf zog vorbei, dann lang gestreckte Deichdörfer, die Heimeligkeit gut situierter Sonntagnachmittage ausstrahlten. Schließlich kam Wedel ins Bild wie eine Metropole. Ich suchte die Straße nach Blankenese durch die Villen beim Falkenstein. Hinter Radfahrern und Familienkutschen her pötternd, konnte ich mich etwas erwärmen. Aber bald war klar, dass nur ein Kaffee bei Anja im Internet wirklich helfen würden. Kaum war ich drin, fing es an zu regnen. Dann hörte es wieder auf, ich wartete noch einen Moment und fuhr wieder los. Noch eine große Runde durch den Hafen, haarscharf an der Kante des Regenbandes entlang, was klasse aussah, dabei mit tendenziell schrubbender Fahrweise, was sehr befriedigte. Jeder Kilometer zählt.

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