Auf Vanvans zu fahren hat immer den Effekt, dass alles unheimlich leicht wird. Sogar ein Abschied. Denn dies war Anjas letzte Reise auf der orangen Suzuki. Für den Weg nach Wittenberge hatten wir 4 Stunden eingeplant. Geesthacht, Lauenburg und Boizenburg lagen hinter uns, vor uns endlose Weiten. Ein warmer Rückenwind schob uns durch die Elbauen, der Blick hatte Zeit, über das Land zu schweifen, die Nasen konnten in aller Ruhe den Sommerduft der Kiefernwälder inhalieren. Hinter Dömitz geht es noch 50 Kilometer weiter durch die enge Allee, dann rollten wir am Bahnhof vor, wo wir Heike und Thomas trafen. Ein Eisbecher an der Elbe, ein paar gute Ratschläge, Umarmung, ein Foto. Die orange Vanvan folgte der grünen nach Berlin, Anja und ich brummten auf der blauen allein durch einen riesigen Nachmittag, der monoton mit 70 Sachen in schwerer Schwüle dahinzog. Die Dörfer, die Straße waren leer wie nie, nichts lenkte ab vom Dasein, einsam und klein. Wir aßen zu Abend in der Zivilisation des Zollenspiekers, danach parkten wir die Blaue in der Tiefgarage, wo jetzt endlich mal wieder etwas Platz ist.

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