Über Nacht war einer gekommen und hatte Anjas Honda mitgenommen. Der Preis war fair, aber nun, an einem unverhofft sonnigen Sonnabend, stand Anja da und musste sich mit der Vanvan behelfen. Mir machte es nichts aus mit 80 Sachen voraus zu fahren, gemütlich am Elbufer entlang, ohne jegliche Ambitionen. Ihr scheinbar auch nicht, sie grinste und gab lautstark Gas. Im fotogenen Septemberlicht sah die Combo dabei ausgesprochen gut aus. Es ging durch Geesthacht nach Lauenburg und von da über Buchhorst, Witzeeze nach Büchen, dann die lange, verlassene Waldstrecke durchs Niemandsland bis Gudow. Schön wäre gewesen, den Bogen über Zarrentin und Ratzeburg zu vervollständigen. Realistisch war, unzukehren, die selbe Strecke zurück zu fahren, die Sonne zu genießen und es im Schatten schattig zu finden, und möglichst vor der Dämmerung in der Badewanne zu landen. Das war ganz entspannt möglich und das passte irgendwie ins Konzept.
20 Jahre !!!
Samstag, 23. September 2017
Sonntag, 10. September 2017
Pausenlos
Itzehoe liegt im Nordwesten, gar nicht weit, aber es bleibt fremd. Man betrachtet es mit Distanz, wenn man in dieser seltenen Ecke unterwegs ist, wie an diesem Sonntag. Die Verbindung über Hochdonn nach Meldorf ist auch selten und dabei jedes Mal überraschend schön. Alles ging schnell, wir endeten mit Rückenwind in rauer Marschlandschaft, die nur aus trister Endlosigkeit und Windparks besteht. Hierher kommen Touristen, und wie verstehen nie, warum. Am Eidersperrwerk parkten wir am Bikertreff, der Wind peitschte und das Meer (ausnahmsweise mal vorhanden!) schäumte. Irgendwo im Landeinneren möge es wohl ein nettes Café geben, davon gingen wir aus und machten uns auf die Reise. Dabei kamen wir immer wieder durch Gegenden, die unbekannt waren wie ein anderes Land. Bei Albersdorf kurvten wir durch waldige Geestrücken, im Prinzip auf der Suche nach Hohenwestedt, einem Café oder zumindest einer Tanke mit Klo. Die Route Grauel, Meezen bis runter nach Kellenhusen war ein Sensationsfund, und mit einer oder zwei Pausen hätte vor allem Anja die vielen Kilometer sicher mehr zu schätzen gewusst. Auf dem Weg nach Bad Bramstedt und anschließend auf der B4 nach Hause kam ich kaum hinterher. Am Ende war die Kälte in die Knochen eingedrungen und es dauerte eine Weile, bis sich alles normalisierte. Ich hab mir die Strecke aber notiert, für Tage mit mehr Pausen und dicke Socken.
Sonntag, 3. September 2017
Pures Gold
Okay, September. Es ist verblüffend wie das Licht sich ändert, und zwar wie auf Knopfdruck. Der Sonntag begann gleißend weiß, aber auf der Straße hatte alles einen seidigen, weichen Schimmer. Wir waren unkompliziert Richtung Heide unterwegs, verbrachten eine Weile in Schneeverdingen im Bikerparadies, aber die längste Zeit rollten wir tiefenentspannt durch Wälder und, wie gesagt, blühende Heide. Alles an der Fahrt war angenehm, harmonisch, friedlich und schön. Das lag an dem Licht, der milden Luft und den glatten, freien Straßen, über die die Maschinen zufrieden rollten, blank geputzt und gut geölt. Wir kamen in einem Bogen hinten um Lüneburg rum und nahmen das südliche Elbufer für die lange und zunehmend müde Rückfahrt. Als wir durchs Hafengebiet kamen, glänzte alles in purem Gold, und wenn man um Sieben zu Hause ist, ist es noch hell. Das kann man in dieser Zeit gar nicht genug würdigen.
Samstag, 2. September 2017
Betr. Sommerhandschuhe
Wir hatten sämtliche großen Pläne abgesagt, Anja saß im Zug nach Lübeck und ich guckte zuerst aus dem Fenster, dann auf den Bildschirm. Statt Dauerregen schien jetzt die Sonne. Ohne Alternativen fuhr ich ratlos aus der Stadt raus und verkrampfte mich bei der gedanklichen Suche nach einem guten Ziel für eine einsame Fahrt. Treiben lassen war angesagt und so zogen die bekannten Strecken vorbei. Geesthacht, Lauenburg, im Gedanken versunken. Irgendwann fand ich mich auf der B5 wieder und beinahe wäre ich bis Berlin durchgebrettert. Denn das Dahinrauschen auf der langen Allee hatte was. In die Ärmel zog kalter Wind, das lag an den Sommerhandschuhen ohne Stulpe. Ich bog irgendwo ab und kam über Brahlsdorf in die Elbauen. Dort war ich ganz allein, einmal hielt ich an und da war gar nichts, nur ein heller, frischer Spätsommertag mit schnellen Wolken und einer leeren Straße. Auf dem Rückweg bekam ich Riesenhunger und hielt am Zollenspieker. Eine Krakauer im Stehen, dann mit sechzig Sachen nach Hause. Durch die fehlenden Stulpen war ich erstmalig richtig durchgefroren. In dem Zusammenhang wurde mir klar, dass wir dieses Jahr noch kein einziges Mal am Strand gewesen waren. Jetzt half nur noch eine warme Badewanne.
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