Itzehoe liegt im Nordwesten, gar nicht weit, aber es bleibt fremd. Man betrachtet es mit Distanz, wenn man in dieser seltenen Ecke unterwegs ist, wie an diesem Sonntag. Die Verbindung über Hochdonn nach Meldorf ist auch selten und dabei jedes Mal überraschend schön. Alles ging schnell, wir endeten mit Rückenwind in rauer Marschlandschaft, die nur aus trister Endlosigkeit und Windparks besteht. Hierher kommen Touristen, und wie verstehen nie, warum. Am Eidersperrwerk parkten wir am Bikertreff, der Wind peitschte und das Meer (ausnahmsweise mal vorhanden!) schäumte. Irgendwo im Landeinneren möge es wohl ein nettes Café geben, davon gingen wir aus und machten uns auf die Reise. Dabei kamen wir immer wieder durch Gegenden, die unbekannt waren wie ein anderes Land. Bei Albersdorf kurvten wir durch waldige Geestrücken, im Prinzip auf der Suche nach Hohenwestedt, einem Café oder zumindest einer Tanke mit Klo. Die Route Grauel, Meezen bis runter nach Kellenhusen war ein Sensationsfund, und mit einer oder zwei Pausen hätte vor allem Anja die vielen Kilometer sicher mehr zu schätzen gewusst. Auf dem Weg nach Bad Bramstedt und anschließend auf der B4 nach Hause kam ich kaum hinterher. Am Ende war die Kälte in die Knochen eingedrungen und es dauerte eine Weile, bis sich alles normalisierte. Ich hab mir die Strecke aber notiert, für Tage mit mehr Pausen und dicke Socken.

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