Der Pilot bekam schwitzige Hände beim Anflug und machte uns auf alle Eventualitäten gefasst. Das ging dann zwar doch noch alles glatt, aber die Wetterlage auf Madeira war definitiv verdreht. Für uns war das dufte, denn welchen Kurs wir auch immer nahmen mit unseren Mietmaschinen, die Sonne schien auch da, wo normalerweise z.B. nasskalter Nebelwald hingehört, auf der Hochebene, oder wo es rau stürmen müsste, im Norden. Jeden Tag erkundeten wir eine andere Region des Mikrokontinents. Da die Touristen gut in den Abspeiserestaurants der Städte gebunden waren, blieben wir auf den kurvigen und ungeheuer steilen Bergstraßen meist vollkommen allein. Optimal für die Benelli 300 mit ihrem faden Bauernmotor und Anjas kernige Mash Two Fifty mit suizidösen Stollenreifen. Nach zwei Tagen hatten wir einen Sonnenbrand und das richtige Feeling für die Insel, die Straßen, die Bikes, Bolo do Caco und Prego Normal. Wir wussten, wann die Aida ablegt und wo im Supermarkt der beste Wein steht. Trotzdem gab es überall Überraschungen: Monsterwellen, die sich über den Parkplatz brechen, Feuer in Funchal und Offroad-Tunnel für Fortgeschrittene. Am Ende war alles stets in trocknen Tüchern und wir betrachteten die Dinge sehr lässig, aus der Abgehobenheit einer Dachterrasse.
20 Jahre !!!
Donnerstag, 28. Februar 2019
Sonntag, 17. Februar 2019
Tatsachen
Der Sonntag war noch besser. Anja war da, die Vulcan war aufgeladen, aber die Duc ging wieder aus. Was Anja blieb, war: Ansprüche anpassen an die Realität. In anderen Worten: Die Vanvan anorgeln (die läuft immer) und sich auf die schönen Dinge zu fokussieren. Davon gab es reichlich. Allein die Tatsache, mitten im Februar ganztägig durch die Sonne zu cruisen machte alles egal. Wir fuhren größtenteils meine Route von gestern nach. Das war auch für mich interessant. Auf der Vulcan nahm ich Kurven war, die gestern nicht vorhanden waren. Andererseits hatte ich überhaupt keine Probleme, mich Anjas Vanvan-Tempo unterzuordnen. Wir fuhren unbekannte Strecken, nicht weit hinter Harburg, und jede war eine unvergleichliche Panoramastraße. Orte wie Holm-Seppensen oder Trelde wurden Traumstädte. Es dauerte allerdings eine Weile, bis wir endlich eine geöffnete Tanke mit Cappuccinoautomat fanden, das war irgendwo westlich von Welle im Nichts. Zurück kamen wir über die B75 nach Buchholz. Es war noch hell in der Stadt und die Menschen liefen im T-Shirt rum.
Samstag, 16. Februar 2019
Geräusche
Klack-Brrrt war das beschissenste Geräusch was man sich überhaupt vorstellen konnte an diesem unfassbar vorfrühlingshaften Februartag. Es war aber auch das Einzige, was der Vulcan zu entlocken war. Die Sixty-2 stand gleich daneben. Die sprang an. Anja war nicht da. Ich fuhr los. Es ging erst behutsam auf die Dradenau, dann durch unentdeckte Ecken Wilhelmsburg, dann raus in die weite Welt. ich konnte es nicht richtig begreifen, auf freier Landstraße durch die Nordheide zu brettern, ohne zu frieren, einsam lange, lichte Waldgeraden entlang, und jede Kurve so schräg es ging. Die Sonne hing gelb und schräg am Himmel. Die Duc lief nur unter Last gut. Das ist natürlich ein Stück weit so konzipiert, aber irgendwas stimmte eindeutig nicht in Teillast. Um sicher zu gehen (und weil es geil war), donnerte ich zurück auf der Autobahn. Ich holte noch Abendbrot und stellte sie wieder in die Garage.
Samstag, 9. Februar 2019
Auf Knopfdruck
Im Vorfeld dieses Februarwochenendes sprach Anja große Worte. Im Winter sind 8 Grad mild. Letztlich wurde es ein stürmischer Samstag mit Schauerfronten und ich fuhr allein. Immerhin: So durfte ich die Sixty-Two ausfahren. Sie sprang auf Knopfdruck an, und brauchte wieder eine Weile, um rund zu laufen (am besten bei Volllast). Das Fahren war ein großer Genuss. Ich kurvte die üblichen Strecken entlang, durch den Hafen und stand in dramatischer Gewittersonne auf der Dradenau. Eine der Wolkenwalzen aus Südwest kam verdächtig nahe. Vielleicht war es so gewollt, dass ich ein Feuerzeug kaufen musste, jedenfalls fing es an zu schütten, als ich auf der Truckertankstelle bei der Aluminiumfabrik vorfuhr. Ich trank Kaffee und schaute aus dem Fenster. Der Schauer verzog sich wie ein Sommerregen, ich fuhr durch den Elbtunnel nach Hause, um keine nassen Füße zu kriegen.
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