20 Jahre !!!

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Mittwoch, 24. Februar 2021

Transit

Es fiel nicht schwer, den Mittwoch spontan frei zu nehmen und diese Tour ließen wir keinesfalls anbrennen. In Wittenberge gab es nämlich einen offiziellen Ortstermin, was einen Transit durch McPom auch formal legitimierte. Dass die Mash unerklärlicherweise wieder leer war, war jetzt egal, Anja fuhr einfach auf der Himalayan hinten drauf mit. Hinter Boizenburg war die B195 schnell erreicht. Diese Straße muss man mal loben, das sieht man erst, wenn man länger nicht da war. Wäre sie Teil einer Reise, würde man blumig beschreiben, wie sie am Rand der Elbauen kurvig daliegt, in der Sonne, weite Blicke und unbeschwertes, lang anhaltendes Gleiten im Sweetspot erlaubt. An einem Werktag hat man sie für hundert Kilometer ganz für sich allein. Oben war die Frühlingswärme, unten in den Auen trieben noch Eisreste. In Wittenberge besichtigten wir planmäßig ein Objekt, hielten uns aber nicht lange auf. Die Rückfahrt glich einem Breitbild-Roadmovie in warmen Celluloidfarben. Ganz zum Schluss, ab Geesthacht, nahmen wir die Autobahn. Die Sonne ging unter und ein kühler Hauch kam, und erinnerte uns an die Realität. Sie interessierte uns nicht.



Sonntag, 21. Februar 2021

Neue Situation

Das mit dem Wetter war ernst gemeint, und wir gingen mit. Die Batterie war jetzt voll, die Mash sprang an. Die Himalayan hatte einen raffinierten östlichen Bogen im Navi, im Tankrucksack lagerte Proviant. Es ging zunächst auf einer lächerlich öden Strecke durch Bergedorf, und trotzdem grinsten wir die ganze Zeit debil in die Sonne. Wir rollten durch den Sachsenwald und auf kleinen Landstraßen über Koberg, Duvensee, Klinkrade in perfektem Flow durch einen milden Frühsommertag, der alles vergessen lies. Es war so unwirklich, dass wir die Welt ansahen wie staunende Touristen. Die Route nahm dabei oft unbekannte Straßen durch bekanntes Gebiet. Bei Wesenberg überquerten wir die Trave, dann ging es über Zarpen zur B206. Strukdorf ließen wir links liegen, unser Ziel war heute Geschendorf, das Ferienparadies der LG's. Es gab dort Kaffee und das Neueste aus dem Landkreis. Für die Rückfahrt programmierte ich eine westliche Tour nach gleichem Muster: Von Dorf zu Dorf ging es bei stechendem Gegenlicht und durch Schwaden von Grillrauch diagonal bis Kaltenkirchen, Quickborn, Hamburg, lange Schlangen vor Eisdielen, Garage. Die Handgriffe saßen, aber unser Verstand war von der neuen Situation noch total überfordert.



Samstag, 20. Februar 2021

Ungläubig

Plötzlich sollten es 15 Grad plus sein, nicht minus, wie letzte Woche. Eigentlich waren wir vorbereitet, aber die Mash gab nur ein gequältes Jaulen von sich. Kurzerhand nahm Anja die Himalayan und ich fuhr die SR (die auf den ersten Kick da war). Wir tasteten uns bedächtig über die Hafenroute aus der Stadt raus, über Over, Stelle in die Heide. Erstmalig sahen wir das Land im neuen, pastellfarbenen Licht. Es sah struppig-braun aus und an manchen Straßenrändern lagen noch mächtige Schneereste. Das Fahren ging leicht, man verlernt es nicht. Die Temperatur war irreal, so dass wir uns nur zögerlich in die Weite der Landschaft vorarbeiteten. Letztlich wurde daraus die bekannte Runde über Brackel - Hanstedt - Undeloh - Welle, zurück über die B3. Wir waren ganz entspannt, und bis zum Schluss etwas ungläubig.