20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Samstag, 26. Oktober 2024

Werte

Ich war allein und hatte einen Auftrag. Ein Wertpaket im Rucksack, die Z im Sweetspot, vor mir ein Stück Autobahn nach Norden. Manchmal passt das ins Konzept. Das Beeline steuerte mich dann über Götzberg, Kisdorf diagonal zur B432. Der wahre Wert war der diesmal wirklich letzte warme Sonnentag des Oktobers. Als ich bei Schwissel Richtung Strukdorf abbog, lag alles in einem zähen Nebel, der nicht wegging. Auf dem Anwesen übergab ich das Wertpaket, Sabine kochte Kaffee. Der Nebel sah an vielen Stellen spektakulär aus, trotzdem sehnte ich mich zurück in die Sonne. Die war auf dem Radar gut zu sehen, und zwar eher im Westen. Ich durchquerte Bad Segeberg, und irgendwo bei Todesfelde kam ich ins Licht. Es stach wie Laser durch die Knicks. Die kurvige Strecke über Sievershütten und Kisdorf konnte ich nicht so abfeiern, wie es vielleicht angebracht gewesen wäre. Als ich über Norderstedt in die Stadt kam, waren alle unterwegs und für sie war es ein sonniger Samstag. Ich schloss die Tür hinter mir und füllte die Badewanne.



Freitag, 25. Oktober 2024

Für immer 18.

Genau eine Woche später wiederholte sich alles. Wieder Wetterkarte, wieder 18°, wieder ausloggen. Ich zog die Goretextjacke an, polierte kurz den Tank, damit der Lack schön in der Oktobersonne funkeln konnte. Eine Stunde später schwebte die Z auf der B3 nach Süden. Das Streiflicht ließ das Laub leuchten wie im Kino, die Sonnenbrille perfektionierte das Bild, die Jacke war zu warm. Ich speicherte die schönen Eindrücke an einem sicheren Ort. An einer Nebenstraße zwischen Schneeverdingen und Soltau hielt ich an und genoss einfach den Moment. Über dem Land lag schräges, goldenes Licht, die Stille wurde allenfalls von vorbeischießenden Kleintransportern zerrissen. Ich fuhr mit Rückenwind und großer Wertschätzung für diesen Tag zurück in den Abend.



Sonntag, 20. Oktober 2024

Licht an.

Ein Oktobersonntag wir im Bilderbuch, gemacht für die Rebel und die Z, und deren Fahrende in GoreTex. Ich hatte Anja überzeugen können, dass es in McPom Bäume gibt (sie hatte das abgestritten) und wir waren auf der Autobahn  unterwegs nach Geesthacht. Von dort ging es auf verwinkelten Nebenstraßen durch die Knicks zur Kanalbrücke bei Dalldorf. Hier begann McPom, und es waren Bäume im Überfluss vorhanden. Sie leuchteten in allen Farben im Gegenlicht, genau wie gewünscht. Wir kamen auf einsamen Wegen durch die Bretziner Heide bis hinunter nach Neuhaus. Weil es so schön war, hätten wir auch ein langes Stück auf der B195 nehmen können, so wie die vielen anderen Biker. Realistisch war aber, mit der Fähre überzusetzen, auf der anderen Seite einen Eisbecher und Cappuccino zu bestellen und auf dem anderen Ufer leichtfüßig nach Westen zu fahren, unter diesiges Wolkenband. In Lauenburg war alles gesperrt, was man für einen zugigen Rückweg gebraucht hätte. Stattdessen kamen wir im Bummeltempo Hoopte und Fliegenberg zurück in die Stadt, gerade als das Licht an ging.



Freitag, 18. Oktober 2024

Endlich 18.

Als man innerlich schon alles eingepackt hatte, tauchte am Freitag auf der Vorhersage die Zahl 18 und ein Sonnensymbol auf. Ich setzte Prioritäten. Am frühen Nachmittag setze ich meinen Status auf Offline, zog ohne Umschweife die Lederjacke an und holte die Z raus. Den dichten Verkehr im Hafengebiet und im Speckgürtel saß ich duldsam ab, mein Ziel war die gelbe Herbstsonne in der Nordheide. Das war an sich nichts Besonderes, aber es war das Richtige, das spürte ich mit jedem Kilometer, den die Maschine durch die bunten Alleen rauschte. Hanstedt, Undeloh, Welle, die klassische kurze Strecke für den Nachmittag. Wenn ich hielt, wärmte die Sonne wie an einem frühen Frühlingstag. Die Heide leuchtete im Sonnenbrillenfilter, und die Z stand darin wie im Prospekt. Ich hing noch den Umweg über die Rosengartenstraße dran, die Finger wurden kalt, ich fuhr nach Hause und machte einen Haken.



Sonntag, 6. Oktober 2024

Sinnlos

Nein nein nein es muss noch weitergehen! Gern auch mit kleineren Brötchen. Beispielsweise mit der SR stadtnah, stilvoll und langsam unterwegs sein, dafür ist sie schließlich da. Langsam kam hin, ich war auf dem Weg nach Westen und schaute mir die Elbchaussee an. Dann quälte ich mich durch Wohngebiete in Blankeneese zwischen SUV's, Kinderwagen und Rennradgruppen. Immerhin war auf die Weise die Kälte auszuhalten in Lederjacke. Hinter Wedel traute ich mich auf die Landstraße. Ich fuhr bis zum Flughafen Üetersen, wo ich mir einen Stellplatz im Gewühl suchte. Das war das Problem: Stadtnah waren immer auch die anderen Hunderttausend, vor denen man eigentlich ja flüchten will. Die Flucht nach Westen Richtung Rellingen verdarb mir der eisig entgegenpeitschende Wind. Ich kam durchgefroren zurück, die Sonne schien noch sinnlos weiter.



Samstag, 5. Oktober 2024

Leben in Lederjacke

Man könnte mit Goretex und Winterfutter fahren, aber können kann man viel. Man kann auch in einer Lederjacke leben, und eine Route wählen, die langsam ist und den Lack der Z in gleißender Kaltsonne bestmöglich zur Geltung bringt (und ohne zu erfrieren). Anja war einverstanden. Wir fuhren durchs Schulterblatt, die Hafencity, Rebel und Z, das sah gut aus, alle anderen waren Fußgänger. Über Moorwerder ging es mit 50 Km/h ins Alte Land. Die Straße schwang sich engkurvig am Binnendeich entlang nach Jork (noch mehr Fußgänger) und weiter bis zum Lüheanleger in Grünendeich. Dort war das passende Publikum versammelt für ein gutaussehendes Duo aus der Großstadt. Wir tranken Cappuccino im Stehen, kommentierten die örtlichen Biker und fuhren fotogen ab. Am Köhlbrand schossen wir Bilder für den Hipsterkatalog. Die Sonne stand schräg, der Lack funkelte, die Kälte kam. Ein weiterer Tag wie im Urlaub endete frierend, wir waren zufrieden mit fast nix.

Freitag, 4. Oktober 2024

Heimaturlaub

Es gab einen Brückentag, kalten Sonnenschein, und keinen großen Plan der nervt. Stattdessen: Heimaturlaub und Ortstermine in der Nordheide. Initiator war Ben, da nimmt man besser gleich die Enduro. Ich führte uns auf bekannten Wegen aus der überfüllten Stadt heraus. In der Wildnis zwischen Harburg und Hollenstedt übernahm Bens grobstollige Africa Twin die Leitung. Es dauerte nicht lange und wir waren auf Plattenwegen unterwegs. Mein Tomtom zeigte nur noch Grün an und es ging weiter auf morastigen Waldwegen. Um Anja musste man sich dabei keine Sorgen machen, die Rebel butterte einfach rüber, wo wir die Enduros im Stehen durchs Dickicht trieben. Am Ende lag ein kleines Anwesen im Schilf. Wir gingen nicht rein, denn es war sicher eine Hexe drin. Das zweite Objekt war zivilisierter erreichbar und entsprechend trostlos. Zur Belohnung durfte ich noch eine Runde durch die nähere Umgebung gestalten, auf Asphalt über Hanstedt nach Stelle, ganz normal und mit eingeschalteten Heizgriffen. Gegen 17 Uhr erreichten wir die Stadt, genau als die Kälte anfing zu kriechen. Kurzer Abschied im Hafen, dann getrennte Wege in warme Wannen.