Von Northeim kommt man locker überall hin, auch nach Iphofen. Das sind zwar satte 300 Kilometer, aber vom Feinsten. Mit langer Unterwäsche und Gore Tex waren wir auf der B 27 unterwegs, von Westen kam eine Regenfront immer näher, und es waren vielleicht 15 Grad. Nicht daran störte uns, wir genossen die große Chaussee, die mit weiten Panoramen ein Bilderbuchdeutschland inszeniert. Das Stück von Fulda nach Bad Brückenau ist besonders spektakulär, die Straße windet sich durch die südliche Röhn, und selbst die vielen Autos, die verzweifelt ihren eigenen Autobahnstau umfahren wollten, störten uns diesmal nicht. Es ging einsam und flüssig weiter nach Süden über Hammelburg nach Arnstein, wo sich die Landschaft änderte in weitläufiges Hügelland mit Weinbergen und Sommerwärme. Das war Franken und ich konnte an nichts anderes mehr denken als Schäufele. In Iphofen überraschten wir Horst und Sabine. Der Abend gelang, es gab viele Themen und örtlichen Wein. Schäufele gab es nicht.
Deshalb reisten wir am nächsten Tag wieder ab. Zuerst musste noch ein Regenband abziehen, dann begaben uns auf die selbe Strecke zurück. Unten stand drückende Sonne über dem dampfenden Asphalt, auf den Kuppen zerfetzte der Westwind die Wolken. Der Tag verlief mit großer Leichtigkeit und ohne jede Störung. Pause in Fulda, etwas deplatziert inmitten Cappuccino trinkender Städter. Bad Hersfeld, Bebra, Eschwege, das sind Orte langer, ermüdender Touren der Vergangenheit. Jetzt ist Gegenwart, Northeim erreichten wir ganz locker, und hellwach. Beim Kochlöffel holten wir 2 halbe Hühnchen. Wenn es wieder Schäufele gibt, fahren wir wieder nach Süden.


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