An einem Samstagvormittag wie ein
Kristall brachen wir auf zur Elbuferstraße. Nicht ganz ohne Diskussion, denn
wie oft wollen wir die Strecke denn noch fahren! Bis Geesthacht auf der
Autobahn (wie immer), dann setzten wir über und zuckelten durch die samstäglichen
Dörfer am Südufer (wie immer). Manch
Aufsitzmäher musste schwer arbeiten in den Gärten, an den Supermärkten wurde
tonnenweise Grillkohle verladen. In Bleckede war gefühlt bereits bereits
Sonntag. Wir saßen im Straßencafé, aber die Espressomaschine war kaputt (wie
immer!). Immer weiter entfernten wir uns von der Zivilisation. Wir kreuzten mit
entspanntem Tempo durch frühlingsgrelle Wälder, weißblendende Alleen, leuchtende Rapsfelder und kitschige
Löwenzahnwiesen. Die ganze Landschaft wirkte wie der Faller-Katalog unter dem
lupenrein strahlenden Polfilterblau des Himmels. Über freies Feld fegte brutal
der eisige Nordostwind. Das Stück hinter Hitzacker, wo die Idylle keine Grenzen kennt, tauschten wir die Fahrzeuge,
so dass Anja die Iron fuhr und ich auf ihrem Lufkissenboot, welches sich
vollkommen lautlos und ganz von selbst bewegt. Die ganzen kurven der B195
zurück bis Boizenburg, durch die dösenden Dörfer fuhren wir in dieser Combo,
praktisch ohne dass wir jemandem begegneten. Den Abschluss bildete eine Pause
bei den "5 Aposteln", dann wie gewohnt Lauenburg, Geesthacht,
Autobahn, so dass wir gerade noch rechtzeitig vor der Randale-Vollsperrung in
die Stadt einliefen.
geschrieben April 2011, Text auf USB-Stick gefunden im Dez. 2013.
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