Der Motor brummte, Gedanken flossen, Blätter fielen. Ich trieb allein durchs Lauenburgische. Auf dem Land hing klammer Herbstnebel. In Mölln saß ich beim Kaffee inmitten samstaglicher Hausfrauen und konsultierte das Internet, welches keine belastbaren Daten hervorbrachte. Instinktiv lies ich mich Richtung Süden abfallen. Durch gelbe Blättertunnel ging es über Seedorf, Zarrentin nach Boizenburg, wo ich kurzerhand auf die B 195 abbog. Tatsächlich strahlte die Sonne fotogen durch die Nebelfelder. Schleierhaft zogen die Elbauen vorbei, Wälder in allen Farbtönen leuchtend, und Dörfer, die sich zurückzogen und auf den Winter warteten. In Dömitz tankte ich die Maschine voll, aß eine Frikadelle mit Kartoffelsalat und machte mir Gedanken über den weiteren Verlauf. Von Dannenberg aus verläuft die B 248 als erstklassiger Highway nach Lüneburg. Ich ließ die Iron mit 90 Sachen genüsslich durch den Herbstnachmittag gleiten, ohne auch nur einmal runterzuschalten. Man wünschte sich, es wäre ein langer warmer Juniabend. Träum weiter. Durchgefroren trank ich noch einen Cappuccino am Zollenspieker, aber dann kam die Dämmerung, die Heimfahrt, und dann die Tiefgarage, die die Iron nun für sechs Monate nicht verlassen wird.
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