Von Südwesten war eine Portion feuchtwamer Luft gekommen, so dass der Sonntag noch milder war. Jedenfalls ein guter Tag, für die Vanvans. Interessanterweise fuhren wir anfangs genau meine Strecke von gestern. Sogar der Kaffee in Mölln war wieder dabei. Das Fernziel Ostsee war zu fern. Aber kleinteilig durchs Lauenburgische zu fahren, konnte nicht verkehrt sein. Der Herbst in den Wäldern war spektakulär. Die Vanvans suchten sich praktisch von selbst ein verwegenes, unentdecktes Landsträßchen durch die Feldmark, zu Orten, die still waren und von denen der Blick ruhte auf ölgemäldeartiger Landschaft aller Ockertöne unter dramatischem Himmel. Hinter Zarrentin, auf dem Weg nach Gudow, besuchten wir mitten im Nichts eine Kunstgalerie, was Anja kaum glauben konnte. Weiter ging es, aber nicht nach Büchen, sondern über einen völlig vergessenen, durch die Weite des Zonenrandes führenden Weg über Langenlehsten und Leisterförde, bis nach Schwanheide. Wir genossen die Langsamkeit und sogen die einmaligen Bilder des einsamen, allmählich absterbenden Herbstnachmittags in uns auf. Die Fahrt war unheimlich atmosphärisch, mit ersten Anzeichen spätherbstlich-düsterer Rauhheit.
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