Gegen Nachmittag hatte es sich alles ein wenig aufgeklart draußen, aber
im Kopf auch. Sensationelle 10° C feuchte Wärme umwehte mich, als ich durch die
Trümmerfelder der Stadt rollte. Ich ließ tausende Neujahrsspazierer
in der Hafencity hinter mir, brauste ganz allein durch den Stillstand der
Containerterminals, kontrollierte in Finkenwerder den Reifendruck und
fand mich auf Landstraßen im Alten Land wieder. Das schmutzig-dunkle Nachmittagslicht, dessen Lebensdauer nie ausreicht, die glänzende Nässe
vom Asphalt zu trocknen, maskierte die sonst so unerträgliche
Piefigkeit. Ich kam über Umwege in Buxtehude raus. Menschenleer und taub
lagen seine Straßen vor mir. Ich gurkte hin und her, zur Tanke, dann
unentschlossen, dann doch den gleichen Weg zurück, viel zu spät an die
gesperrte Brücke bei Cranz denkend, so dass ich bei einsetzender
Dunkelheit über unheimliche Dorfstraßen die Zivilisation erreichte. Ich
bretterte durch den Elbtunnel zurück und ließ routiniert Badewasser ein.

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