20 Jahre !!!

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Sonntag, 1. Januar 2012

Silvester an Speckgürtel

Traumwinter. Kein Schnee, keine Gletscher, stattdessen unentwegte Weststürme und Regen, genau wie man es sich wünscht. So ergeben sich immer wieder Nachmittage mit Wolkenlöchern, an denen man alles liegen lässt, eine Vanvan aus der Garage holt und eine Runde dreht. So wie heute, als ich einem unbändigen Drang nach echten, zäh fließenden Kilometern nachgab und ein einsames Stück auf der B4 nach Norden fuhr. Irgendwo unter blassem Grau bog ich links ab, und ließ die Vanvan lautlos durch erstarrte Siedlungen im Speckgürtel rollen. In den Häusern bereiteten sich Jungfamilien auf die große Party mit den Nachbarn vor, während unaufhaltsam die Dämmerung aufzog und die Tristesse der immer gleichen Pennymärkte und Sparkassenfilialen der Randbezirke perfekt in Szene setzte. Ich erreichte Rellingen, ließ die dunkelgrauen Hochhaustürme Pinnebergs hinter mir und arbeitete mich weiter vor in die Marsch, bis nach Wedel. Dort verirrte ich mich, fand aber schließlich den Weg zur Elbchaussee, wo  bereits Kolonnen von Limousinen unterwegs waren, zu Orten mit weißen Tischdecken. Auf meinem Rückweg hatte das Licht bereits diese unnachahmlich traurige Trübheit erreicht, die es nur zur Wintersonnenwende gibt. In der Stadt gingen die Leute an der Elbe spazieren und machten sich Gedanken. Ich fuhr schnell nach Hause und ließ Badewasser ein.

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