Ohne allzugroße Erwartungen rollten wir Richtung Deich, nachdem sich der Nebel aufgelöst hatte. Höchstens, vieleicht eine windschattige Ecke zu finden, um das verlorengegangene Stündchen der Zeitumstellung nachschlafen zu können. Wir erreichten dösend Geesthacht und kauften eine Flasche Bismarck an der Araltanke. An einer Stelle am Deich in der Nähe von Altengamme fanden wir einen herrliches Flecken in Lee, breiteten unsere Decke aus und schliefen sofort ein, während die Märzsonne minütlich energischer ihren harten Strahl auf weiße Haut sengte. Jeder Hamburger Bürger besitzt eine Harley Davidson und fährt an einem Sonntagnachmittag wie diesem die Deichstraße auf und ab. Die Luft war erfüllt von dem Blubbern eines nie endenden Konvois der Sinnlosigkeit. Unsere Vanvans schnurrten lautlos auf dem Weg zurück in eine Stadt, die man von warmen Sommerabenden kennt.
20 Jahre !!!
Sonntag, 25. März 2012
Samstag, 24. März 2012
Bundesweiter Frühling südlich von Harburg
Ein bundesweites Frühlingswochenende begann geradezu blendend. Allein und relativ planlos gab ich mich den Landstraßen unterhalb des Alten Landes hin. Es funktionierte ganz gut, per Dorfhopping mal hier und mal da in unbedeutende Feldwege abzubiegen, mich dann wieder per grober Peilung der Himmelsrichtungen durch den Sonnennachmittag südlich um Harburg herum treiben zu lassen. Das Herausnehmen sämtlichen Winterfutters und das Weglassen dicker Wollsocken war reine Waghalsigkeit. Der Nordwind fegte zwar den Himmel blitzsauber, ging aber durch alle Knochen, und zwar selbst im Stand, z.B. auf der Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen, wo ich eine Weile verbrachte, bevor mich die aus der Ferne rufende warme Badewanne zurück in die Stadt zog.
Sonntag, 18. März 2012
Graubraun, ratlos.
Am Anfang war ein Nebel, der die Welt verschluckte, aber um 12:05 Uhr plötzlich weg war. Heute war der Tag, an dem zumindest aus der Goretexhose das Winterfutter entfernt wurde. In einem großen Bogen über Oldesloe, Kühsen und Mölln waren wir ins Richtung Strukdorf unterwegs durch die graubraune Steppe. Die Dörfer hatten der plötzlichen Sonne nichts als Ratlosigkeit entgegenzusetzen, vielleicht ein paar grellbunte Verkehrsschilder. Auf dem Ende zwischen Ratzeburg und Lübeck wurden nach und nach die Füße kalt. Da es außerdem viel zu früh war, parkten wir die Vanvans in Lübeck lässig vor der Kirche und wärmten uns bei Karstadt ausgiebig auf. Es gibt dort nichts, was es nicht gibt, bzw. was man brauchen könnte.
Am Sonntagmorgen dampfte alles wie nach einer Augustnacht. Ich fuhr zur Tanke nach Geschendorf und holte Brötchen. Nach dem Frühstück, auf dem Rückweg, ließen wir uns treiben. Und zwar so erfolgreich, dass auch Anja nicht mehr sagen konnte, wo es beispielsweise nach Oldesloe geht (alles praktisch in Sichtweite Strukdorfs). Das machte aber nichts, im Gegenteil. Wir wollten gar nicht mehr aufhören, immer neue unbekannte Landstraßen auszuprobieren, immer weiter zum Horizont, bis wir auf der Deichstraße landeten, ohne dass Sprühschauer, Sturm oder die ganz allgemein zunehmende Ungemütlichkeit uns den Spaß verderben konnte.
Samstag, 10. März 2012
Barmbek International
Die beiden Vanvans auf ganz kleiner Tour. Zuerst ganz entspannt die Fruchtallee runter, weiter über Dammtor bis zum Saturn Markt am Hauptbahnhof, gefolgt von Louis Süderstraße. Dann in einem Rutsch in das nach wie vor unbekannte Barmbek. Nach einem beratungsintensiven Aufenthalt bei Globetrotter sah die Welt ganz verändert aus. Die Sonne war rausgekommen und es erschien uns absolut normal, beim nächstbesten Straßencafé an der Fuhle vorzufahren und Waffeln mit Himbeeren und Vanilleeis zu bestellen, dazu Cappuccino. Okay, die Jacken waren bis oben zugeknöpft, aber das wäre auf Island bestimmt auch so.
Samstag, 3. März 2012
Tief im Norden
Der März war mit viel Licht gekommen und ich befand mich auf dem Weg nach Travemünde, wo der Alte Herr mich nicht ohne Grund erwartete. Die Vanvan mühte sich ab gegen den frischen Nordostwind. Ich trieb sie über die Strecke über Lasbek. Hier und da traf ich auf Motorradfahrer, die unsicher nach all den Monaten ihre Bikes aus den Garagen schoben. Schläfrig und graubraun zog die Landschaft vorbei. Ich tuckerte gemächlich durch Lübeck, um mal zu gucken, aber hauptsächlich, um die Hände und Füße ein wenig aufzuwärmen. Am Tunnel in Herrenwyk gab es fast Zank mit der Dame im Kassenhäußchen, denn sie bekam die Schranke nur mit telefonischer Genehmigung wieder auf. Das lag daran, dass ich zuvor quer über die Verkehrsinsel gedonnert bin (ist jetzt zu kompliziert). Auf dem Rückweg nahm ich mir die Zeit für die alten sentimentalen Landstraßen über Warnsdorf und Ratekau usw. Zwischen Reinfeld und Oldesloe, eigentlich wollte ich nur eine rauchen, konnte ich nicht anders, als mit Schmackes durch einen knietief morastigen Treckerspurenfeldweg abzubiegen. Das war zwar nix gegen die Wasserdurchfahrt im Wadi Bani Awf vor gerade mal 3 Wochen, aber neben dem Dreck sprühte auch ein Hauch von Abenteuer.
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