Am Anfang war ein Nebel, der die Welt verschluckte, aber um 12:05 Uhr plötzlich weg war. Heute war der Tag, an dem zumindest aus der Goretexhose das Winterfutter entfernt wurde. In einem großen Bogen über Oldesloe, Kühsen und Mölln waren wir ins Richtung Strukdorf unterwegs durch die graubraune Steppe. Die Dörfer hatten der plötzlichen Sonne nichts als Ratlosigkeit entgegenzusetzen, vielleicht ein paar grellbunte Verkehrsschilder. Auf dem Ende zwischen Ratzeburg und Lübeck wurden nach und nach die Füße kalt. Da es außerdem viel zu früh war, parkten wir die Vanvans in Lübeck lässig vor der Kirche und wärmten uns bei Karstadt ausgiebig auf. Es gibt dort nichts, was es nicht gibt, bzw. was man brauchen könnte.
Am Sonntagmorgen dampfte alles wie nach einer Augustnacht. Ich fuhr zur Tanke nach Geschendorf und holte Brötchen. Nach dem Frühstück, auf dem Rückweg, ließen wir uns treiben. Und zwar so erfolgreich, dass auch Anja nicht mehr sagen konnte, wo es beispielsweise nach Oldesloe geht (alles praktisch in Sichtweite Strukdorfs). Das machte aber nichts, im Gegenteil. Wir wollten gar nicht mehr aufhören, immer neue unbekannte Landstraßen auszuprobieren, immer weiter zum Horizont, bis wir auf der Deichstraße landeten, ohne dass Sprühschauer, Sturm oder die ganz allgemein zunehmende Ungemütlichkeit uns den Spaß verderben konnte.

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