An einem Sonntag ohne Regen, um 10 Uhr morgens, beinahe fröstelnd, hatte eich den Elbtunnel schon hinter mir und saß geduldig die lange Autobahn nach Lüneburg ab. Dann kam die B 216, die ansonsten schwer nerven, sich aber zur Frühstückszeit zu einem gleitenden Highway verwandeln kann. Ich glitt, nie schneller als 90. Das konnte ich vollkommen genießen, einfach die Maschine lässig dahinblubbern zu lassen und schauen, wie das Sommergrün der Alleen vorbeizog. Ich wünschte mir nichts anderes für den Rest aller Zeit. Dannenberg kam, wo mir die Strecke nach Gartow wieder einfiel. Immer wieder stand ich an Punkten, wo ich mich entscheiden musste. Auf der Landkarte sah alles ganz nah und verlockend aus, und inzwischen war es fast so warm wie im Sommer. Ich fuhr dann einfach immer weiter. Letztendlich fand ich mich in den Elbauen hinter Seehausen wieder, auf einer Kopfsteinpflasterstraße von vorvorgestern. Mit einer Gierseilfähre setzte ich nach Havelberg über. Auf der Fähre bildete sich eine Menschentraube um die Iron, während ich in die Weite starrte. Wieder Landkarte, was nun. Direkt im Norden war am Horizont die B5 auszumachen, die Mother Road. Dann rollte ich wieder, dem Horizont entgegen, stur mit 90 einer gleichgesinnten Royal Enfield hinterher. Zu Hause waren es satte 400 Kilometer. Da sieht man mal, wie nötig das war.

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