Freitag war zwar Brückentag, aber die Sonne kam entgegen aller Beteuerungen erst nachmittags durch. Wir waren auf den Weg in den Süden, aber zunächst nur bis Schneverdingen gekommen, und wärmten uns im Motorraderlebniszentrum auf. Anja saß eine SR 400 probe, das sah gut aus. Als wir raus kamen, war die Welt wolkenlos. Die Abstände zwischen den Lastern waren groß, dazwischen rollten wir mit dem Highwaygefühl die B3 entlang, dass es nur hier gibt. Es ging bis Bergen, dann links ab, über ein paar Dörfer, und letztendlich landeten wir auf der B209, einer weiteren, durch endlose Wälder und über weite Hügel gelegten Schnur, an der entlang man sich durch den grünen Nachmittag hangelt. An einem im Wald versteckten See im Nahbereich von Amelinghausen trafen Kulturen aufeinander. Der Kaffee kostete mehr als in Hamburg City, aber das Ambiente war ostig. Das Beste war Sonne, die im Windschatten von hinten auf die Lederjacke brannte. Eigentlich hätte längst irgendwann Winsen ausgeschildert sein müssen. Das dachte ich immer wieder, wenn wir an immer kleineren Abzweigungen auf irgendwelchen mit Ach und Krach asphaltierten Feldwegen umher irrten. Durch ein Wunder fanden wir schließlich den Elbdeich. Hier war der Wind eisig, aber die Stadt war cool und nahm uns auf mit der Vertrautheit guter Freunde.

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