Beim zweiten Mal ist alles anders, auch Gran Canaria. Im Sattel einer famosen Honda 500, bei arschkalten 18 Grad, kurvten wir über wolkenhohe Felsen, filmreife Passstraßen, durch riesige Täler, die eigentlich gar nicht auf diese winzige Insel passen können. Immer noch eine Felswand baute sich auf, und der Abstieg zog sich meist bis in den Abend. Im Süden ist immer Sommer, debile Touristenmassen dämmern in künstlichen Wüstenkolonien. Wir aber lebten in der Hauptstadt, dort pfoff der Wind vom Atlantik durch Häuserschluchten, und die Spanier sprachen noch spanisch. Von Norden her bricht sich die Brandung an einer rauen, ungemütlichen Küste. Dahinter zieht sich urwaldartig die Landschaft die Berge hinauf, durch die man einen satten Nachmittag von einer Serpentine zur nächsten schwingt, bis endlich ein Cafeteria in Sicht kommt, mit erlösenden Papas Arugadas. Am Ende waren aus den 18 Grad 20 geworden, die Häuserschluchten zu vertrauten Gassen und der Flug nach Hamburg eine blöde Notwendigkeit, die man am liebsten vermieden hätte.
Mehr Bilder? Hier.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen