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Sonntag, 1. Oktober 2017

Berlin 62

Freitag, letzter im September. Gegen halb 11 waren wir aus der Zulassungsstelle raus und hatten ein kompaktes Nummernschild im Rucksack. Nun brummten wir zu zweit auf der Bonnie nach Berlin. Ein Stück Autobahn, dann ab Grabow ganz locker auf der B5 in sonnigen Frühherbstfarben. Zur Feierabendzeit drangen wir über den Berliner Ring von Nordosten in die Stadt ein. In Alt-Friedrichsfelde nahm Anja eine neuwertige Scrambler Sixty2 in Empfang. Ein paar Kilometer weiter, nach Friedrichshain, da passte die Duc bestens hin. Wir parkten dekorativ vorm Übereck und bestellten ein Alkoholfreies.

Am Samstag wollten alle die Duc bewundern. Thomas, Michael, Rembert erschienen mit ihren Bikes zum Frühstück. Dann Setzte sich die respektable Horde unter Remberts Leitung in Bewegung nach Norden. Die Streckenführung war gekonnt ausgewählt, führte über lange Waldstücke hinaus auf freies Feld, in eine Gegend mit vielen Seen und Flüssen. Anfangs gab es unausgesprochene Bedenken wegen der mitreisenden Vanvan ("Spaßbremse"). Im Verlauf war diese dann erstens schneller als gedacht, zweitens die für die Berliner Gegend typischen, engen Alleen und Waldschneisen gerade gut für überschaubare 90 Sachen, so dass Thomas sich bestens integrierte. Ich ließ mich immer wieder zurückfallen und genoss den Anblick der Motorradschlange auf ihrem Weg durch die leuchtende Herbstlandschaft, wobei Anja mit der schwarzen Duc die Königin war, da waren sich alle einig. Im Gegenzug hatte ich jede Orientierung verloren. Orte wie Rheinsberg, Fürstenberg und Gransee blitzen auf, ergaben für mich aber kein System. Als die Sonne schon schräg stand, versammelten sich alle in einer riesigen Ziegelei bei Zehdenick, danach ging es über die bunten Einfallstraßen in die Hauptstadt im Neonlicht.

Der Sonntag begann mit einem Frühstück in Neukölln während draußen sich eine gleichmäßige Nieseldecke gebildet hatte. Auf der bekannten Autobahnschlucht durch Westberlin verließen wir die Stadt. Draußen bei Nauen wurde es trocken, blieb aber herbstlich-ungemütlich. Anja trieb die Sixty2 gegen den böigen Südwestwind auf der B5. Nach der Tank- und Kaffeepause in Perleberg klarte der Himmel auf. Das letzte Stück nahmen wir rasant auf der Autobahn. Hamburg empfing uns mit einem goldenen Oktobernachmittag. Wir fuhren direkt zum Dampfstrahler an der Shelltanke. Dann parkte Anja die 62 in der Garage und alle hofften, es kommen noch ein oder zwei schöne Tage wie diese.



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