Mitte Oktober war der Herbst nicht mehr wegzudiskutieren. Die gute Nachricht des Jahres war, dass eines der Wochenenden warm und leuchtend war so wie in den besten Zeiten. Sonntag waren wir früh auf und befuhren zum ersten und letzten Mal dieses Jahres die Elbuferstraße in der alten Version. Noch morgenfrisch ging es auf der Autobahn nach Geesthacht, Lauenburg und dann auf der anderen Seite über Bleckede, Neu Darchau usw.. Auf kleinen Landstraßen ging es durch flirrenden Wald, bunte Alleen und absurd gelbe Rapsfelder. Irgendwann vor ein paar Jahren hatte sich diese Strecke scheinbar abgenutzt und wir uns umorientiert. Aber an diesem goldenen Herbsttag war es traumhaft und irgendwie neu, diese abwechslungsreiche Tour zu fahren, meist im Bummeltempo, mit runtergeklapptem Sonnenvisier. Ohne Halt erreichten wir die Tanke in Dömitz. Zwischen Harleypäärchen und einem Trupp Britischer und Japanischer Klassikbikes schwitzten wir in der Sonne und aßen Eis. Die B195 bildete die Rückfahrt. Sie schien für Autos gesperrt zu sein, ein nicht endender Strom von Motorrädern jeglicher Art zog euphorisch grüßend durchs Land. Die Strecke füllte den Nachmittag nicht aus, wir wollten unbedingt die Sonne bis zum Untergang aufsaugen und machten noch einen erschöpfenden Bogen über Zarrentin, Gudow und Büchen in stechendem Nachmittagslicht. In der Dämmerung erreichten wir auf der Deichstraße mit summenden Köpfen die Stadt. Auf dem Nummernschild der Bonnie stand immer noch 3-10. Das verdrängte ich schnell wieder.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen