Anfangs wusste Anja gar nicht so recht wie sie die Sixty-Two aus der Garage rauskriegen sollte, so lange war das her. Das ging dann aber wie von selbst und wir fuhren staunend durch einen feuchtwarmer Schwall, erstmal in Richtung Dampfstrahler. Wir ölten noch die Ketten, füllten die Tanks und dann waren wir draußen, auf der Landstraße, unter freiem Himmel in kaum vorstellbarer Frühlingsluft. Es gab ein Ziel in der nähe von Zeven, eine unbekannte Gegend, auf keinem Radar. Die Landschaft war kahl und hell und friedlich, und es war traumhaft durch den frühen Nachmittag zu segeln. Auch wenn wir an jeder Ecke anhalten mussten um auf die Karte zu gucken, auch der Nieselschauer, der die Bikes wieder einsaute, nichts konnte die schöne, leichte Stimmung trüben. In einem Dorf waren wir mit Detlev K. aus T. verabredet (Name von der Red. geändert). Er stellte Kaffee, Kuchen und einen Geldkoffer auf den Tisch. Als Gegenleistung wollte der die Bonnie dabehalten. Ich aß auf und sagte ja. Das war letztlich doch überraschend schmerzlos.
Dicht gedrängt fuhren wir auf Anjas Duc durch die Freiheit. Nach Hause waren es 80 Kilometer, und danach lagen unendliche Möglichkeiten.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen