Die Vorteile einer Enduro kommen jetzt nach und nach richtig zur Geltung. In einem Wolkenloch am Samstagnachmittag kurzerhand in GoreTex zu starten, die B5 nach Bergedorf zu brausen, erstmalig im Leben Neuallermöhe-West zu besichtigen und in letzter Sekunde eine kurze, aber massive Regenfront am Autohof in der Großmannstraße abzusitzen, das hätte es sonst nicht gegeben.
Der Sonntag war ähnlich gestrickt: Kaum klarte es halbherzig auf, war ich auf der Straße. Die Himalayan und ich rauschten über die noch nasse A7, herrlich leere und frische Verbindungsstraßen zwischen Quickborn und Barmstedt entlang, durch eine endzeitliche, graubraun-matschige Ödnis. In der Nähe von Elmshorn erwischte mich mit voller Wucht die Dämmerung. Uetersen, Tornesch und Pinneberg waren zu einer neonstrahlenden, gigantischen Megametropole verwachsen, aus deren monotonen Siedlungen es kein Entkommen gab. Kilometer um Kilometer schob mich der Speckgürtelverkehr durch Vorstädte und flächendeckende Gewerbegebiete. Ich machte drei Kreuze, als endlich der Parkplatz von Getränke-Hoffmann in Sicht kam. Dort rauchte ich eine, orderte elektronisch eine heiße Badewanne, begab mich auf die Autobahn und gab Vollgas.

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