Die Grenze zu Schleswig-Holstein war offen, ich hatte die Meldung sicherheitshalber als Screenshot dabei. Bedingung war ein privater Besuch, das war einfach. Zwischen Hamburg und Strukdorf bauten wir einen geschickten Umweg ins Vio ein: Erst nach Norden auf der B4, dann mit Hilfe einiger raffinierter Wegpunkte im "kürzeste Route" Modus westlich im großen Bogen um Neumüster herum zum Plöner See. Das funktionierte sehr gut, wir ließen die Maschinen im Sweetspot-Tempo durch den Hochfrühlingstag rollen, durch Gegenden, die man eigentlich grob kennt, die wir diesmal auskosteten wie ein Feinschmeckermenü. Da sich die Software um die Route kümmerte, konnten uns voll auf den Blütenrausch, leuchtende Blättertunnel und Düfte konzentrieren. Der Tag hatte sich in einen richtigen Frühsommer verwandelt. In Bosau am Strand waren wir nicht die Einzigen, aber niemand außer uns trug lange Unterhosen und Fleecepullover. Gegen Spätnachmittag setzen wir zur Etappe nach Strukdorf an. Wieder im Entdeckermodus, bei fotogenem Schräglicht, sah die Landschaft im den Warder See herum unfassbar gut aus. Wir erreichten das Anwesen minutenpünktlich.
Sonntag holte ich Brötchen mit der Mash. Dann dauerte es bis fast Mittag, dass wir wieder unterwegs waren. Auch diesmal wieder mit spitzenmäßiger Dorf-zu-Dorf Führung, praktisch Luftlinie querfeldein von Reinfeld bis kurz vor die Mecklenburgische Grenze (gesperrt). Dabei ging es erst auf vergessenen Nebenstraßen durch wuchernde Knicks, dann abseits jeglicher Zivilisation durch die Lauenburgischen Berge, wobei sogar eine Dirtroad vorkam. Über alles hatte sich eine zähe, milchige Schwüle gelegt. Zum Schluss suchten wir uns noch eine uneinsehbare Stelle hinterm Deich und dämmerten eine Weile, als wäre es ein heißer Augustabend unter normalen Bedingungen.

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