Die Welt braucht Schönes, das war zu spüren, gerade jetzt. Ich nahm mir das zu Herzen, argumentierte mir das Thermometer zurecht, und sah ein, dass wahre Schönheit nicht mit Heizgriffen und Rukkasachen realisierbar ist. Stattdessen musste es die Lederjacke und -Hose sein, und die SR. Das ging zunächst besser als gedacht, zumal ich im Hafengebiet im schleppenden LKW Verkehr unterging und nur manchmal eine stille Ecke zum Gucken und für die Beherzigung der schwach glimmenden Sonne fand. Auf der Deichstraße nach Over schnurrte die Yamaha unbeschwert dahin. Der Tag war hell und ich fühlte mich frei. Mir war bewusst, dass ich ungenügend ausgestattet war, blieb aber am Gas, bis ich irgendwo abbiegen konnte, die Orientierung verlor zwischen Elbmarsch, Rangierbahnhof Maschen und allerlei Sperrungen. Letztlich verendete ich auf winzigen Wegen, die eher was für Fahrradfahrer waren. Irgendwie kam ich dennoch zurück in Stadt, durchgefroren meinen Beitrag leistend, zur dringend benötigten ästhetischen Aufwertung.
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