Am Samstag war alles auf darstellendes Cruisen ausgelegt. 17 Grad, grelles Aprillicht und mehrere Bikerevents mit Outlawschwerpunkt im Flatland des Südwestens. Für den guten Auftritt legten wir Wert auf Minimalistik: ohne Funk, Trinkflasche oder Goretex ging es los. Am Lenker der Bolt klemmte das unauffällige Beeline Device, das fiel nicht auf. Alles war unfassbar lässig, als wir die B3 entlangzogen. Aber der locker-flockige Rückenwind machte uns auch misstrauisch. Genau genommen macht er uns Angst, und zwar vor der Rückfahrt, hundert Kilometer gegenan. Ohne Funkverbindung einigten wir uns auf eine Planänderung. Wir kurvten noch eine Weile über die Geraden zwischen Soltau und Rotenburg herum, einem unbekannten und auf eine Art interessanten Gebiet, zu dem wir nie über ein ambivalentes Verhältnis hinaus kamen. Immerhin entdeckten wir in Neuenkirchen (von dem wir nicht wussten, dass es existiert) ein Weltklasse-Bauernhofcafé. Danach ging es wie von selbst nochmal über die lonesome Highways der Heide. Aber die Kälte begann zu kriechen. Und egal wie kurzhosig die Leute in der Stadt herumliefen, auf der Heimreise hatte erneut nichts mehr Kraft als sie Vision einer warmen Wanne.

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