Wir waren vernünftig und nahmen die wetterfeste Honda, und waren mental eingestellt auf den einen oder anderen Schauer und fetzigen Westwind. Ganz so war es nicht, die Luft war schwerer, die Schauer stärker als gedacht, vor allem häufiger. Etwa 170 Kilometer sind es nach Friesland, zum unverzichtbaren Event des Jahres. Die Strecke über Bremervörde ist manchmal luftig frei, meist gerade und überall monoton gleich. Westlich der Weser ist Flachland, und die Sachen waren trocken als wir Nethen erreichten. Die Honda war wieder mal total praktisch auf langen Strecken und Wechselwetter. Aber als wir mit Windschutzscheibe und dem Schrecklichen Topcase ziemlich uncool zwischen all den coolen Custombikes parkten, hätten wir am liebsten die Helme aufbehalten. Das war dann aber schnell verdrängt, denn die Sonne schien auf Beachclubatmosphäre und lässigen Bikerlifestyle, und wir waren dabei.
Der Sonntag begann mit einer Stadtrundfahrt durch Oldenburg, welches in vielen Aspekten überraschte. Den Rest des Tages verbrachten wir wieder auf dem Festival, verfolgten den spektakulären Kampf um den Weltmeistertitel und genossen das ermutigende Gefühl, Teil einer Kultur zu sein. Als die Pokale vergeben waren, packten wir überflüssige Klamotten ins Schreckliche und trieben die Honda über die monotonen Landstraßen nach Nordosten. Der Weg war lang und die Maschine funktionierte wie immer perfekt. Aber irgendwie hatte sie unsere Zweifel mitbekommen, und reagierte subtil. Etwa Höhe Neuwulmsdorf begann sie, Luft aus dem Hinterreifen entweichen zu lassen. Das ging soweit, dass ich auf dem weiteren Weg an jeder Tanke nachpumpen musste. Mit Mühe kamen wir zu Hause an. Der Reifen war platt, wir auch.
M
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