20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 31. März 2024

Ostern im Osten

Am Samstag kamen unverhofft 20 Grad, und wir waren mit den Hondas unterwegs nach Osten. Aus dem Großraum Berlin waren gleichzeitig Rembert und Thomas unterwegs, in Gegenrichtung, zum Treffpunkt in Wittenberge. Wir konnten uns Zeit lassen für die Nebenstrecken im Wendland und der Altmark. So viel, dass wir noch einen Umweg durch zart angrünende Winterwälder zum Arendsee anhingen. In unseren Jacken war es zu warm, die Sonne glimmte hinter in einem dicken Saharadunst, der das leere Land und die tristen Dörfer in ein endzeitlich-trübes, diffuses Licht tauchte. Große Wiedersehensfreude im Hotel Singer, dessen Parkplatz wir mit unseren Bikes belegten. Der Rest wurde beim Griechen besprochen. Gut, dass wir noch einen Absacker im Schrecklichen Topcase hatten, denn am Samstagabend ist nichts zu erwarten in Wittenberge. Sonntag fuhren alle wieder zurück in ihre Großräume. Ich hatte dem Tomtom freie Hand gelassen bei der Auswahl einer 'kurvigen Strecke' nach Hamburg. Das Ergebnis überzeugte: Vorbei an allem was entfernt nach Zivilisation aussah ging es auf fragwürdigen Nebenstrecken und Wirtschaftswegen durch immer neue, freie Landschaften und Wälder abseits der bekannten Routen. Südlich von Lüneburg war vor uns ein Regengebiet abgezogen und hatte eine kalte Sonne hinterlassen. Wir zogen die Jacken zu und gaben uns staunend dem Kreuz und Quer durch die Heide hin. Die Stadt kam in Sicht, aber eigentlich war da nichts für uns, außer vielleicht einer warmen Wanne.



Freitag, 29. März 2024

Pathos

Karfreitag, großes Kino. Ich, in Lederjacke und Jeans in der Garage. Feierlich enthüllte ich die SR, sammelte mich und gab ihr sanft einen Kick. Sie lief sofort. Einfach so, als wäre ich nie weg gewesen. Ich fuhr dann mit einem dämlichen Grinsen durch die leere Stadt, in der es gerade mal 9 Grad waren, viel zu wenig für die Lederjacke. Die SR fuhr so schnurrend wie immer, eigentlich war alles sehr normal, von Pathos keine Spur, obwohl das total angebracht gewesen wäre. Eine kleine Runde auf den Steinwerder, die Hafencity, St. Pauli. Alles war noch da. Ich auch.




Sonntag, 3. März 2024

Nur hier

Wir waren wie Butter in einem hellen Vorfrühling gelandet. Es war total naheliegend, warme Unterwäsche anzuziehen und da weiterzumachen wo wir vorgestern aufgehört hatten: Im Sattel unserer Hondas. Anjas Drang, mal wieder selbst zu fahren, war großräumig spürbar. Und es war egal, dass es nicht wie sonst gleich wieder hoch ins Felsenmeer ging, sondern nur in die Nordheide. Was zählte war das Rauschen durch den Wind. Tatsächlich konnte ich den leeren Landstraßen sogar etwas abgewinnen, was wir auf der Insel nie hatten, nämlich ein gleitendes, freies Fahrgefühl im 6. Gang. Nach einer Weile wurde der rauschende Wind frisch, im weiteren Verlauf eisig. Wir trennten uns bei Tötensen. Anja fuhr zurück in die Wärme, ich hatte die Griffe auf Stufe 2 und kurvte noch über die Rosengartenstraße zum Apfelautomat im Alten Land. Zu Hause gab es eine warme Wanne. Gibt's nur hier.



Samstag, 2. März 2024

Hin zu Kraken

Ich hatte im Internet 3 Sachen geklickt, die wichtig waren: Hin-und Rückflug mit humanen Zeiten und Priority Check-in, Eine Unterkunft vollkommen ohne Touristen und eine olivgrüne Honda 500X, die geht immer. Dazu gab's ohne Aufschlag tagfüllende Serpentinenstraßen durch eine unfassbar gewaltige Berglandschaft, die physikalisch eigentlich gar nicht auf eine 50 Km kleine Insel passen kann. Eine Woche lang ging es bei einundzwanzig Grad, die oben sehr einstellig wurden, durch Wüsten, hübsche und hässliche Orte, kräftigen Passatwind hin zu gebratenen Kraken. Am liebsten hätte ich gleich für die nächsten Jahre wieder Gran Canaria vorgebucht, aber Anja fand das übereilt.